Papst Franziskus hat in seiner Amtszeit ein neues Fest eingeführt, das wir gestern gefeiert haben. das Fest der heiligen Marta, Maria und Lazarus. Es fußt auf einem Bericht aus dem Neuen Testament (Lk 10-38-42). Dort wird geschildert wie Christus im Haus seines Freundes Lazarus zu Gast ist und von dessen Schwester Marta und Maria bewirtet wird, eine alltägiche Szene mit Tiefgang.
Als Jesus im Hause des Lazarus zu Besuch ist, sind dort die beiden Schwestern Marta und Maria. Während Maria zu Füßen des Meisters sitzt und seinen Worten lauscht, sorgt Marta dafür, dass Essen auf den Tisch kommt. Eine alltägliche häusliche Szene, die Jesus zum Anlass nimmt Worte ewiger Weisheit zu sprechen. Wahrscheinlich hätte Marta ebenfalls gerne gehört, was der Meister ihrer Schwester zu sagen hatte. Deshalb sagt sie: „Sag ihr doch, sie soll mir helfen!"
Doch zugleich mit einem Lob für ihre Sorge um das leibliche Wohl spricht Je-sus ihr einen milden Tadel aus: „Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.
Geistliche Autoren haben aus diesen Worten den Vorrang der Kontemplation vor dem Tun abgeleitet. Man kann es aber auch so interpretieren: Marta und Maria stellen Grundtypen des Umgangs mit Gott und Welt dar. Marta, die auch bei anderen Gelegenheiten die aktivere der beiden Schwestern war, hat den tätigen Teil übernommen, möchte sich aber eigentlich lieber wie Maria der Meditation zuwenden. Sie ist dadurch innerlich gespalten.
Hätte sie ihren Teil erfüllt, ohne gleichzeitig zu Maria hinüber zu schielen, hätte Christus vielleicht nichts zu ihr gesagt. Nun aber ergriff er die Gelegenheit, um zu erklären, dass Kontemplation, das Sitzen zu Füßen des Meisters, keine verlorene Zeit ist. Wenn das Tun sinnvoll sein und Bestand haben soll, muss es in Beziehung zum Gebet, zur Kontemplation stehen. Als Schwestern gehören Marta und Maria zusammen, und Maria kann nur deshalb zu Füßen des Meisters sitzen, weil Marta für das Essen sorgt.
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