Eine milde Sommersonne steht über dem Tal und lässt die Berge in einem bläulichen Zwielicht erscheinen. Blaues Land so nannten die Maler die Gegend und zogen mit ihrer Staffelei in die Landschaft hinaus. Ich setze mich auf eine sonnendurchwärmte Bank und schaue auf die Wiese vor mir – ein kleines Universum an Leben. Ich bin jetzt ganz entspannt. Hier ist es gut, so könnte es bleiben. Ich bin dankbar, dass ich diesen Moment erleben darf und fühle mich von Wundern umgeben. Aber das eigentliche Wunder, so scheint mir, besteht darin, dass ich mit Sinnen und Verstand diese wunderbare, komplexe Wirklichkeit erfassen und in ihrer ganzen Vielfalt in mich aufnehmen und mit dem verbinden kann, was ich hier früher schon erlebt habe.
Ich denke an das Wort Jesu (Mt 6,30):
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Beobachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras des Feldes, das heute ist und morgen ins Feuer geworfen wird, so prächtig kleidet, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Für Jesus ist die Natur ein Spiegel des menschlichen Lebens und seines Verhältnisses zu Gott, der nicht nur der Schöpfer der Welt und des Menschen ist, sondern sie mit seiner Sorge weiter begleitet.
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