Es gibt so viele Leerzeiten in unserem Leben, dass man daraus fast ein zweites zusammensetzen könnte. Nehmen wir an, wir hängen in der Warteschleife bei der Bank oder der Stadtverwaltung. Wir können uns ärgern über die Zeit die wir dabei vertun. Wir können aber auch an etwas Schönes denken; zum Beispiel an unseren letzten Ausflug aufs Land, wo wir den blauen Himmel und die grünen Wiesen in ihrer ganzen Pracht gesehen haben oder auch an das schöne Konzert von vorgestern. Wir können überlegen, was wir heute noch zu tun haben und uns dazu Notizen machen, alles Möglichkeiten, diese leere Zeit zu füllen und uns nicht zu ärgern.
Jemand erzählt uns mal wieder die Story mit seiner verkorksten Bandscheibenoperation und wir merken, wie unsere Gedanken nur bei dem Einen verweilen: Wann hört er oder sie endlich auf. Stattdessen können wir uns entschließen, diesem Menschen dieses Mal mal besonders gut zuzuhören, weil er das jetzt wohl braucht. Das sollte uns natürlich nicht daran hindern, das Gespräch, wenn es denn allzu belastend für uns wird oder uns den Bus verpassen lässt, mit einem freundlichen Wort zu unterbrechen.
Oder nehmen wir das Zähneputzen: Statt mit noch schläfrigen Gedanken darauf zu warten, dass uns die elektrische Zahnbürste mit einem Ton anzeigt, dass wir die Zähne lang genug geputzt haben, könnten wir uns bedanken, dass wir diesen neuen Tag erleben dürfen, ja wir könnten sogar beten für die Menschen, denen wir an diesem Tag noch begegnen werden.
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