DIE LAST DER ANDEREN

Geschrieben am 06.03.2026
von Joachim Heisel


Wir sollten davon ausgehen, dass viele Menschen auf Grund ihrer Erziehung, Herkunft, Intelligenz und Erfahrungen im Leben die Anforderungen, die wir an sie stellen, nicht immer erfüllen können. Damit ersparen wir uns manche Enttäuschung. Jemand, der in einer emotionslosen Atmosphäre und strengen Regeln groß geworden ist, wird nur schwer Gefühle zeigen können. Wer in einer Familie groß geworden ist, in der keine festen Regeln oder Ordnung gewesen ist, wird das auch später kaum lernen.

Mag sein, dass es ihm oder ihr gelingt, sich eine Zeit lang „zusammenzureißen“, aber nach aller Regel müssen diejenigen, die mit ihr oder mit ihm zusammen leben, irgendwann damit auskommen, dass er oder sie nie ganz der zärtliche Ehemann oder die Ehefrau oder Partnerin wird, die für die beruflichen Probleme des Mannes ein offenes Ohr hat. Oder dass jemand, der zu Hause nicht zur Ordnung erzogen wurde, nicht aufhört die Dinge da zu lassen, wo er sie gerade gebraucht hat.

Hier ist es gut, mit einem gehörigen Schuss an Realismus  und auch Humor in einer Beziehung zu leben, wenn man nicht zu einem notorischen Pessimisten und Nörgler werden will.
Irgendwann müssen wir die Realität des andern anerkennen und aushalten. Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass er auch unsere Realität anerkennt und aushält.

Als Christen können wir  uns hier den guten Rat des heiligen Paulus aus dem Galaterbrief zu eigen machen: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen" (Gal 6,2). 

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