FREUDE BIS ZULETZT

Geschrieben am 21.03.2026
von Joachim Heisel


Tatsächlich gibt es Situationen und Ereignisse im Leben, die kein Grund zur Freude sind, die uns manchmal sogar an den Rand unserer Existenz bringen. Und dies ist nun der entscheidende Punkt, dass Freude nur dann Bestand hat, wenn unser Leben - auch das Negative und Schlimme - insgesamt in allen Situationen einen Sinn hat, und hier taucht natürlich die Frage nach dem Kreuz auf. Als erlöste Christen, deren Erlöser am Kreuz gestorben ist, können wir auch das Widrige und Schlimme und sogar Böse im eigenen Leben und im Leben der Anderen annehmen, auch wenn wir weiter darunter leiden:

Der heilige Paulus sagt im Brief an die Kolloser:Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt" (Kol 1,24).

Im Brief des heiligen Jakobus  (5,13) heißt es: „Wenn du traurig bist, dann bete"  d.h. wir sollen versuchen, Zuflucht bei Gott zu nehmen, wenn wir einmal traurig sind, ohne dabei die natürlichen Hilfen zu unterlassen.

Im Psalm 104,33 steht: Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, will meinem Gott spielen, solange ich da bin. Möge mein Dichten, die ihm gefallen. Ich will mich freuen am Herrn.

Der heilige Thomas von Aquin spricht davon, dass die Freude Frucht der drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe ist. Im Glauben können wir darauf vertrauen, dass Gott die Welt in seinen Händen hält, möge der Boden unter unseren Füßen noch so sehr ins Wanken geraten. In der Hoffnung können wir darauf vertrauen, dass alles gut zu Ende geht. Und in der Liebe, dass auch wenn die irdische Liebe nicht hinreicht, die göttliche Liebe immer noch weiterreicht und uns treu erhalten bleibt.

Freude hängt zu allerletzt mit der Hoffnung zusammen; nur wenn ich eine Hoffnung habe, die bis in den tiefsten Grund meiner Seele mit all ihrer Ausweglosigkeit auch im Anblick des Todes hinab reicht, ist sie eine Hoffnung,  die bis zum Ende trägt. 

Ich erinnere mich an eine langjährige Patientin, die ganz aus dem Glauben gelebt hatte. Sie starb nach langem, geduldig ertragenen Leiden. Ihre Enkelin berichtete mir von ihrem Sterben. Sie sagte: „Es ist unglaublich, in welcher Haltung meine Großmutter starb. Bis zuletzt strahlte sie Freude aus, tröstete uns alle, als wir um Ihr Bett standen."

So spricht der Beter im Psalm  27,10  im vollen Vertrauen auf Gottes  Hilfe und Gegenwart: „Wenn auch Vater und Mutter mich verlassen, der Herr, nimmt mich auf" und weiter:
Und Vers 13: „Ich aber bin gewiss, zu schauen die Güte des HERRN im Land der Lebenden."

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