GLÜCK

Geschrieben am 25.03.2026
von Joachim Heisel


Am letzten  Freitag war kalendarischer Frühlingsanfang mit strahlendem Wetter  und wärmender  Sonne, ein Lichtstrahl in die dunkle Winterseele. 

Ein Artikel im Münchener Merkur  berichtete von einer weltweiten Befragung zum Thema Glück, da der 21. März gleichzeitig der sogenannte Weltglückstag ist. Demnach sei die Hälfte der Deutschen glücklich (Rang 17), einen Platz vor den Österreichern. Am glücklichsten sind weltweit angeblich die Finnen, obwohl  das bei den langen finnischen Wintern mit zweimonatiger Sonnenabwesenheit schwer vorstellbar ist.

Als  Zufriedenheitsfaktoren galten bei der Umfrage nationale Wirtschaftsleistung, Gesundheit, Freiheitsgefühl, Großzügigkeit, Wahrnehmung von  Korruption und Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft. 

Hirnforscher unterscheiden zwischen Glück und Zufriedenheit. Neben einer Grundstimmung der Zufriedenheit ist Glück ein Zustand, der immer wieder Momente im Leben kennt, die uns fühlen lassen: „So könnte es bleiben", was natürlich auf Dauer  ein unerfüllbarer Wunsch bleiben wird. Das sind Momente, in denen, wie uns die Hirnforscher sagen,  die  sogenannten Botenstoffe Dopamin, Endorphine, Oxytocin  und Serotonin  ausgeschüttet werden, was  übrigens auch beim Konsum bestimmter Drogen geschieht und  Sucht beeinhaltet, wenn jemand davon nicht mehr lassen kann, 

Nun gibt es Menschen, die, obwohl sie krank sind und leiden, trotzdem glücklich sind, weil sie in einer erfüllenden Beziehung leben oder  einen Beruf haben, in dem sie ganz aufgehen. Man kann daraus ersehen, dass der Mensch mehr ist als die Summe seiner Hormone.

Das Streben nach Glück ist eine Konstante menschlicher Existenz. Schon der griechische Philosoph Aristoteles (384 - 322) sah im Streben nach  der „Eudaimonia“ (Glückseligkeit/glückliches Leben) das Ziel des menschlichen Lebens. Dieses Ziel könne der Mensch durch ein tugendhaftes Leben erreichen  - und nicht etwa durch Reichtum, Wellness und möglichst viele Events! Allerdings kannte Artistoteles noch nicht die Möglichkeiten der modernen Erlebnisgesellschaft!

In einigen Staaten steht das Streben nach Glück als Menschenrecht in der Verfassung, so in den Vereinigten Staaten von Amerika als „Pursuit of Happiness." Im Himalaya Staat Bhutan ist  oberstes Staatsziel das Glück seiner Bürger. Jedes Jahr wird eine Statistik erstellt, wie glücklich die Bürger in dem Jahr geworden sind und danach soll  sich die Politik im nächsten Jahr ausrichten....Eventuell. ein Vorbild für uns?

In totalitären Staaten bestimmt die Politik, wie jemand glücklich werden soll. So rangierte im Nationalsozialismus das Wohl der Volksgemeinschaft vor dem Wohl des einzelnen mit katastrophalen Folgen für das Glück des einzelnen.

Im Kommunismus war das Wohl der Partei  („die Partei hat immer Recht") vorrangig vor dem Schicksal des einzelnen und führte zu Gulag und Klassenhass.

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