DÜRRES LAND

Geschrieben am 20.05.2026
von Joachim Heisel


In unserer gegenwärtigen Gesellschaft müssen wir oft lange nach dem Wort Gottes suchen. In den Medien, in unseren Gesprächen, in unserer Arbeit und Freizeit, an unseren Sonntagen spielt das Wort Gottes kaum mehr eine Rolle. Im Alten Testament heißt es beim Propheten  Amos im 8. Kapitel : „Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören, dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden“ (Amos 8,11).

Wir selbst setzen uns diesem Mangel aus, ohne ihn als Hunger zu spüren. Es ist wie wenn jemand infolge übermäßigen Alkoholkonsums zu wenig Vitamine aufnimmt und dann an einer Nervenstörung erkrankt: Wir nehmen zu viel von dem auf, was uns vordergründig befriedigt, doch zu wenig von dem, was unserem Leben Sinn und Gehalt geben kann. Wir leiden an einer Art geistiger Unterernährung  so dass uns die nötige Nahrung fehlt, um im Alltag zu bestehen.

 Manchmal erinnern wir uns später an Worte, die Vater oder Mutter oder ein anderer Mensch in einem bestimmten Augenblick zu uns gesagt hat. Erst nach Jahren geht uns manchmal ihre tiefere Bedeutung auf. So kann es auch mit dem Wort Gottes geschehen. Wir haben es schon oft gehört, aber in einem bestimmten Augenblick oder in einer bestimmten Lebenssituation bekommt es für uns eine neue und große Bedeutung.

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