In einem Schlager, in dem ein Junge seiner Freundin erklärt, dass er sie verlassen will, äußert das Mädchen seinen Schmerz darüber, dass er sie allein lässt und singt in einem Refrain: Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Aber eine Hoffnung, die stirbt, ist keine Hoffnung, die bleibt. Man sagt auch: Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz verloren. Aber eine Hoffnung, die sich verliert oder die man verlieren kann, ist keine Hoffnung, die trägt. Sie zählt zu den vielen Hoffnungen, die wir im Laufe des Lebens haben:
Würde man auf der Strasse Menschen anhalten und sie fragen, warum sie sich von einem Ort zum andern bewegen, bekämen wir, wenn wir sie nur lange genug befragen und sie uns bereitwillig antworten würden, immer zur Antwort: Ich tue das, weil ich mir davon verspreche, ein Ziel zu erreichen, das mir Glück oder zumindest Ruhe verspricht, denn Ruhe ist manchmal das einzige Glück, das einem Menschen noch bleiben kann. So schrieb ein schwer depressiver Patient, der sich vom Dache des Hochhauses, in dem er arbeitete, stürzte, in seinem Abschiedsbrief: Ich konnte das Feuer der Angst nicht mehr länger ertragen. Oder alte und sehr kranke Patienten sagen: Ich wünsche mir, einmal morgens nicht mehr wach zu werden.
Im Laufe des Lebens gibt es unendlich viele Hoffnungen, die kommen und gehen. Der Mensch lebt von Erwartung zu Erwartung und von Hoffnung zu Hoffnung. Da ist zunächst die Hoffnung des Heranwachsenden auf das Leben, die Liebe, den Beruf, später die Hoffnung auf Gesundheit, Gedeihen der Kinder, Gelingen im Beruf, Wohlstand, Selbstverwirklichung und schließlich im Alter auf einen schnellen, möglichst schmerzlosen Tod. Manche dieser Hoffnungen können wir nicht auf Dauer nachempfinden, wie etwa den Wunsch der Jugend, möglichst bald erwachsen zu werden. Aber der Wunsch, glücklich zu sein, begleitet uns unser Leben lang.
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