TRAUER UND HOFFNUNG

Geschrieben am 21.07.2021
von Joachim Heisel


Eine Welle der Hilfsbereitschaft geht durch das Land. Es ist wie in der Zeit nach dem Krieg als überall die Trümmer weggeräumt werden mussten. Eine junge Frau berichtet wie fremde Menschen kommen und Schubkarren und Schaufeln mitbringen, um zu helfen. Nach dem Krieg war das ganze Land betroffen, nun ist es nur ein Teil.

Mitten in der Pandemie trifft es Menschen zusätzlich mit nicht geahntem Leid. Angehörige sind in Flut und Schlamm gestorben. Familien versuchten sich zu retten und überlebten nur zum Teil. Existenzen wurden innerhalb Minuten vernichtet. Eine Ohnmacht wird sichtbar, die wir nicht mehr kannten und nur aus Erzählungen von Bombennächten im Krieg gegenwärtig war.

Und doch birgt dieses Unheil von historischem Ausmaß eine Chance: Es bringt einen Gemeinschaftssinn zutage, der unter der Decke des Alltags verborgen war. Menschen helfen einander, auch wenn sie sich nicht kennen. Sie geben Essen und Kleidung. Sie trösten und stützen sich gegenseitig. Die nicht Betroffenen trauern zusammen mit den Opfern. Das ganze Land trauert mit. Die Flaggen wehen auf halbmast.

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