CORONATEST

Geschrieben am 03.10.2020
von Joachim Heisel


Die Pandemie zeigt den Gesellschaften und Staaten schonungslos ihre Schwächen auf. Die Corona-Krise ist eine Frage an jedes Land, an jede Gesellschaft, wie stabil und belastbar sie sind. Deutschland hat diesen Test bisher vergleichsweise gut bestanden. Corona hat dieses Land nicht gespalten sondern zusammengebracht. Die hohen Zustimmungswerte der Politiker zeigen es. Die relativ niedrigen Infektionszahlen, geringe Mortalität bei den Infizierten und vergleichsweise moderate Zahlen von Arbeitslosen machen Deutschland weltweit zum Beispiel für gelungenes Krisen-Management. Natürlich hätte es noch besser laufen können. Aber niemand konnte den Verlauf der Pandemie voraussagen. Niemand kannte das Virus ausreichend, um evidenzbasierte Entscheidungen treffen zu können. Es war am Anfang ein Gang durch den Tunnel.

Deutschland hat in den letzten dreißig Jahren viel geleistet. Nach der Wende mussten 17 Millionen Neubürger in einen alten neuen Staat integriert werden. Das ist gelungen, wenn auch mit anhaltenden Mängeln. Vor 5 Jahren wurden dazu noch etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, die nur teilweise integriert sind.

Bei Umfragen unter 13 bis 25 jährigen jungen Deutschen zeigt sich in West und Ost eine zunehmende Akzeptanz dieses Staates. In der jetzigen  Krise hat diese Gesellschaft Solidarität mit den Schwachen gezeigt. Ein ungehemmter Verlauf der Pandemie hätte nicht nur mehr Seuchenopfer und moralisches Leid verursacht sondern auch großen ökonomischen Schaden mit sich gebracht. Ein Gaststättenbesitzer hätte sein Lokal auch schließen müssen, wenn er und seine Mitarbeiter erkrankt wären, nicht zuletzt, weil auch die Gäste ausgeblieben wären. Läden oder Fabriken hätten ihren Betrieb einstellen müssen, wenn ein Großteil ihrer Mitarbeiter erkrankt wären. Erst jetzt stellt sich auch heraus, dass Covid-19 gesundheitliche Langzeitschäden verursachen kann, die über Jahre die Sozialsysteme belasten.

Deutschland hat Katastrophenerfahrung wie kaum ein anderes Land. Nach dem Desaster des Ersten und der apokalyptischen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mit vielen Millionen Toten, zahllosen Kriegsversehrten  und einem in Grund und Boden zerstörten Land mit ernormen Gebietsverlusten mussten ab 1945 15 Mio. Vertriebene integriert werden.

Deutschland hat sich in seinen großteils selbstverschuldeten Katastrophen als ein starkes und resilientes Land erwiesen. Es hat sich zu den Schattenseiten seiner Geschichte bekannt und Zeichen der Sühne gesetzt. Das hat dieses Land getan, weil es ein aus seiner Geschichte immer noch christlich geprägtes Land ist.

Dafür können wir an diesem nationalen Feiertag zutiefst dankbar sein. Bei allen Schatten in unserer Geschichte sollten wir froh sein, in diesem Land leben zu dürfen. Wir dürfen auch wieder anfangen, auf dieses Land stolz zu sein.

Danken wir Gott, dass er nach all den Katastrophen des 20. Jahrhundert es so gefügt hat, dass Deutschland in der Welt wieder einen guten Platz gefunden hat und ein geeintes Land ist.

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