GESEGNETES LEBEN

Geschrieben am 16.06.2021
von Joachim Heisel


In der christlichen Familie haben sich bis heute Segensbräuche erhalten. So zeichnen Eltern ihren Kindern vor dem Schlafengehen, vor dem Verlassen des Hauses oder vor wichtigen Lebensabschnitten ein Kreuz auf die Stirn. Damit erneuern die Eltern jedesmal den Taufsegen. Sie empfehlen ihr Kind dem Schutz Gottes. Die Sorge um ein Kind ist bei Krankheit besonders groß. Durch die Segnung wird es der schützenden und heilenden Hand Gottes anvertraut. Oft haben Eltern den Wunsch, ihrem Sohn, ihrer Tochter am Beginn des Berufslebens, beim Weggang aus dem Elternhaus, am Beginn des Studiums und in ähnlichen Fällen den Segen Gottes zuzusprechen. Das Segnen ist also nicht nur ein christliches Ritual zwischen Eltern und ihren kleinen Kindern, sondern auch unter Erwachsenen: bei Ehepaaren, zwischen Freunden, zwischen Eltern und ihren erwachsenen Söhnen und Töchtern. Wir Menschen sind berufen, einander zu segnen. Wir können aber auch Orte und Gegenstände des Alltags segnen, z. B. die Wohnung oder das tägliche Brot. Die bedeutendsten christlichen Segensgesten sind das Kreuzzeichen und das Auflegen der Hände. Den Segen sollen wir hautnah spüren.

Gebet:

Der Herr segne euch und behüte euch:

der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig;

er wende euch sein Antlitz zu

und schenke euch seinen Frieden!

Quelle: Broschüre „Wie Katholiken leben“ Heilsame Rituale, Gesegnetes Leben, S.30-31, herausgegeben vom Erzb. Ordinariat München, Seelsorgereferat I

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