ZUNGE

Geschrieben am 28.02.2026
von Joachim Heisel


Die Zunge ist ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt. Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist ein Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt ( Jak 3,.1-12)

Was hier der heilige Apostel Jakobus in einem Brief an seine Gläubigen in Jerusalem sagt, können wir wohl alle bestätigen. Manchmal genügt ein böses Wort, um eine Beziehung schwer zu belasten oder gar zu zerstören, wenn nicht ein Weg der Entschuldigung und Versöhnung gefunden wird. Ehen und Familien aber auch Freundschaften zerbrechen an unwahren und schlimmen Worten, Lügen und Verleumdungen. Deshalb äußert König David in einem Psalm den Wunsch: Herr,  stelle eine Wache auf vor meinem Mund, eine Wehr vor das Tor meiner Lippen, dass mein Herz sich bösen Worten nicht zuneigt, dass ich nichts tue, was schändlich ist, zusammen mit Menschen, die Unrecht tun. Von ihren Leckerbissen will ich nicht kosten (Psalm 141,1-4).

Von ihren Leckerbissen will ich nicht essen.- Modern gesprochen: Von Parties oder Events, wo nur über andere gelästert wird, halte dich fern. Auch wäre es eine gute Gewohnheit, wenn wir uns jeden Abend fragen: Welche Worte habe ich heute gesprochen? Waren es gute Worte oder waren auch schlechte Worte dabei, vielleicht nicht einmal böse, aber vielleicht verletzend, ohne dass wir es gemerkt haben. Eine solche Besinnung gibt uns die Möglichkeit, uns zu entschuldigen, wenn wir es für nötig und angebracht finden, ein gutes Programm für den Rest der Fastenzeit…

Zum Thema „Zunge" sagt uns Papst Leo XIV. in seiner Fastenbotschaft 2026:

Ich möchte euch daher zu einer sehr konkreten und oft wenig geschätzten Form des Verzichts einladen, nämlich zum Verzicht auf Worte, die unsere Mitmenschen verletzen und kränken. Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende, die sich nicht verteidigen können, und Verleumdungen verzichten. Bemühen wir uns stattdessen, unsere Worte besser abzuwägen und Freundlichkeit zu pflegen: in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten, in den Medien, in den christlichen Gemeinschaften. Dann werden viele Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen.

So vermeiden wir, dass sich manchmal gerade in unseren intimsten Beziehungen eine unsichtbare Mauer aufrichtet, die mit der Zeit schwer zu überwinden ist.

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