DECKE AUF DEN KOPF

In diesen Corona-Zeiten kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen. Das liegt dann nicht an etwaigen Baumängeln wie beim BER sondern eher an der psychischen Verfassung der Bewohner. Es kann jetzt auch schon mal passieren, dass man öfter aus eigentlich nichtigem Anlass an die Decke geht, ohne sie gleich zu durchstoßen. Da kann vielleicht helfen, sich eine andere Decke zu nehmen und sich aufs Sofa zu kuscheln

J Joachim Heisel

CHRISTKÖNIG

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiert die Kirche das Fest Christkönig, das „Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs der Welt“. Es wurde im Jahr 1925 von Papst Pius XI. aus Anlass der 1600-Jahrfeier des Konzils von Nizäa eingeführt. Dieses Konzil war ein Bekenntnis zu der Glaubenswahrheit, dass Christus als Sohn Gottes wahrer Gott und wahrer Mensch ist, wesensgleich mit dem Vater.

J Joachim Heisel

TOTENMONAT

Im November feiern wir eine Vielzahl von Gedenktagen. Da sind zunächst Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November, an denen wir das christliche Andenken an unsere verstorbenen Angehörigen mit Gottesdiensten, Gebeten und Besuchen auf den Friedhöfen begehen. Gleichzeitig erinnert uns die Kirche daran, dass wir weiter in Gemeinschaft mit unseren Verstorbenen stehen und in unseren Gebeten mit ihnen in Verbindung treten können.

J Joachim Heisel

CHARLIE HEBDO

Die Taten der Islamisten in Frankreich sind furchtbar, grausam und durch nichts zu entschuldigen. Sie werden allerdings begünstigt durch einen Staat, der zulässt, dass religiöse Symbole verunglimpft und lächerlich gemacht werden. Wenn ein Staatsmann sogar dazu aufruft, das zu tun, handelt er unverantwortlich und bereitet den Boden für die Fortführung der grausamen Gewalt durch religiöse Fanatiker, die das zum Anlass nehmen, neue Untaten zu begehen. So schrieb der Mörder des Geschichtslehrers Paty, ein 18 jähriger Tschetschene, nach der Tat auf Twitter: „Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, an Macron den Führer der Ungläubigen, ich habe einen deiner Höllenhunde hingerichtet, der es gewagt hat, den Propheten zu schmähen. Halte seine Gleichgesinnten zurück, bevor wir auch ihnen ein hartes Strafgericht auferlegen“. Ein säkularer Staat, der religiöse Überzeugungen nicht respektiert, muss damit rechnen, dass religiöse Fanatiker sich zur Selbstjustiz aufgerufen…

J Joachim Heisel

ST.MARTIN

Heute feiern wir das Fest Sankt Martin mit Umzügen und Laternen. In meiner Heimatstadt Trier ritt am Martinstag der heilige Martin mit Schwert und rotem Umhang durch das antike römische Stadttor Porta Nigra und wir Kinder standen da mit unseren Laternen und sangen das Martinslied: Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross das trug ihn fort geschwind... Tatsächlich war Martin im Jahre 386 in Trier gewesen. Allerdings war er da schon Bischof von Tours.

J Joachim Heisel

LOCKDOWN

Die Erfahrung während des Lockdown hat gezeigt, dass Menschen, die ohnehin schon allein leben, ihre Einsamkeit besonders stark spüren. Schon vor der Corona-Krise gründete sich in Berlin ein Team unter dem Namen „Silbernetz“, wo sich Menschen melden können, die sich einsam fühlen und niemanden haben, mit dem sie sprechen können. Sie melden sich einmal am Tag, um zu berichten, wie sie den Tag zubringen. Während der Corona-Zeit wurde das Netz bundesweit ausgedehnt. Die Zahl der Anrufe hat sich in dieser Zeit versechsfacht.

J Joachim Heisel

ALLERHEILIGEN UND ALLERSEELEN

An Allerheiligen gedenkt die Kirche aller Heiligen, vor allem derer, deren Namen uns unbekannt ist. Heilige sind Menschen, die ihr Leben auf Gott ausgerichtet haben und nach ihrem Tod zur Gemeinschaft mit Gott gelangt sind. Das braucht kein großes spektakuläres Leben gewesen sein. Als Arzt habe ich solche Menschen kennengelernt, die ihr Leben im Verborgenen für andere vor den Augen Gottes verbraucht haben. Die große Kirchenlehrerin Therese von Lisieux meinte, dass wir viele der größten Heiligen überhaupt nicht kennen.

J Joachim Heisel

TAPFERKEIT UND STÄRKE

Auf dem Marktplatz von Trier steht der Petrusbrunnen, der mit dem Standbild des hl.Petrus, des Stadtpatrons gekrönt ist. Der Trierer Stadtrat ließ ihn im Jahre 1595 von dem Trierer Bildhauer Hans Ruprecht Hoffmann im Renaissance-Stil errichten. Er schuf auch die Kanzel im Dom mit den Fresken über die Werke der Barmherzigkeit.

J Joachim Heisel

DANKBAR FÜR MEIN HERZ

Dankbar werde ich dann sein können, wenn ich die Gabe des Gebenden auch als wertvoll für mich erkenne. Wenn ich alles, was ich empfange, als selbstverständlich annehme, kann ich keine Dankbarkeit entwickeln. Dann sind das Licht, die Sonne, mein Leben, der heutige Tag nur Teil einer selbstverständlichen Welt, die einfach da ist, ohne dass ich nach ihrem Woher und Wohin frage.

J Joachim Heisel

ERHÖRUNG

Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, er hat mich all meinen Ängsten entrissen (Ps 34,5)

J Joachim Heisel

RHEINISCHE SYMPHONIE

Ich bin unterwegs im Rheinland auf der A 61. Mir zu Füßen das Rheintal unter tiefliegenden Wolken im wechselnden Herbstlicht, das aus der Autobahn eine silbrige Kette macht, im Rückspiegel ein Regenbogen, in meinen Ohren die Rheinische Symphonie von Robert Schumann, Herbst, fallende Blätter. Je nach Alter beginnt man sich jetzt zu fragen, ob man all diese vertrauten Landschaften und Orte noch öfter sehen wird. Es gibt Abschiede, die man nicht nachholen kann.

J Joachim Heisel

WEINERNTE

Wenn wir sehen oder hören verbindet sich mit unseren Sinneseindrücken immer unsere ganze Person, unsere ganze Geschichte, unsere Vergangenheit, unsere Beziehungen zu anderen Menschen. Wir sehen und hören auch anders in der Jugend als im Alter. Anders hören und sehen wir je nach dem, ob wir froh gestimmt sind oder traurig. Jeder Mensch hat seine eigene Welt und ist eine eigene Welt. Nur wenn wir die Tür zu unserem Innern öffnen, können andere daran teilnehmen. In der Kunst teilt uns der Künstler oder die Künstlerin mit, wie er oder sie die Welt sieht und erlebt.

J Joachim Heisel

WEINSTOCK UND REBEN

Bei einer Wanderung in den Weinbergen auf den Moselhöhen sah ich einige wilde Weinstöcke mit großen Blättern, die mit rankenartigen Ausläufern die Büsche und Bäume jenseits des Weinbergs überwuchert hatten, aber kaum Trauben trugen, dagegen waren auf der anderen Seite der Straße die Weinstöcke in Reih und Glied geschnitten und gesäubert und mit vielen Reben behangen. Ich musste an das Wort aus dem Johannes-Evangelium denken: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jeden Rebzweig an mir, der keine Frucht trägt, den nimmt er weg, und jeden der Frucht trägt, reinigt er, damit er noch mehr Frucht trage (Joh 15,1-2)). Es macht Mühe, an jedem Weinstock die Triebe zu beschneiden und unnütze Zweige zu entfernen. Aber nur so können Trauben reifen, aus denen köstlicher Wein wird. Ein Bild für unser Leben?

J Joachim Heisel

WIE KANNST DU SELIG WERDEN?

Warum lese ich eine Biografie, einen Brief? Ich möchte etwas über die Person erfahren, von der die Biografie handelt oder vom Schreiber oder der Schreiberin des Briefes, wie es ihr oder ihm geht oder was sie denkt. Als meine Mutter ungefähr 70 Jahre alt war, schrieb sie mir einen Brief, in dem sie ihr Leben Revue passieren ließ und zu dem Schluss, kam, dass ihr Leben bei allen Höhen und Tiefen, gut war. Mit jedem neuen Lebensjahr lese ich den Brief anders, kommen mir andere Gedanken dabei. Das Neue Testament ist die Biografie Jesu. Wollen wir mehr über ihn erfahren, können wir darin lesen. Der heilige Augustinus sagt einmal: Willst du Jesus kennen lernen, lies in der Heiligen Schrift. – Wenn wir das tun, werden uns in jeder Phase unseres Lebens dazu andere Gedanken in den Sinn kommen. Es reicht nicht, dass wir einmal darin lesen und dann nicht mehr. Das Lesen sollte uns dazu dienen, bei Jesus in die Lehre zu gehen.

J Joachim Heisel

CORONATEST

Die Pandemie zeigt den Gesellschaften und Staaten schonungslos ihre Schwächen auf. Die Corona-Krise ist eine Frage an jedes Land, an jede Gesellschaft, wie stabil und belastbar sie sind. Deutschland hat diesen Test bisher vergleichsweise gut bestanden. Corona hat dieses Land nicht gespalten sondern zusammengebracht. Die hohen Zustimmungswerte der Politiker zeigen es. Die relativ niedrigen Infektionszahlen, geringe Mortalität bei den Infizierten und vergleichsweise moderate Zahlen von Arbeitslosen machen Deutschland weltweit zum Beispiel für gelungenes Krisen-Management. Natürlich hätte es noch besser laufen können. Aber niemand konnte den Verlauf der Pandemie voraussagen. Niemand kannte das Virus ausreichend, um evidenzbasierte Entscheidungen treffen zu können. Es war am Anfang ein Gang durch den Tunnel.

J Joachim Heisel

ERNTEDANK

Es gab die Zeiten ohne Supermarkt. Als meine Eltern Anfang der fünfziger Jahre aus der Stadt nach Heiligkreuz, einen Stadtteil am Rande von Trier, zogen, gab es dort noch Bauernhöfe. Kühe zogen regelmäßig durch die Straßen und hinter unserem Garten wurde noch mit Pferden gepflügt. Kühe weideten auf den umliegenden Wiesen. Wir holten Milch beim Bauern in der Milchkanne und erprobten die Schwerkraft unter Rundumschwingen der Kanne. Das ging nicht immer gut. Plastik war unbekannt.

J Joachim Heisel

VERKÜNDIGUNG UND WAHRHEIT

Da Verkündigung nur auf Sendung hin geschehen kann, bleibt sie an die Sendung und an den Sendenden gebunden. Christus verkündigt uns nicht seine Worte. Er sagt seinen Jüngern:„ Das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir. sondern vom Vater, der mich gesandt hat ( Joh 14,24 )“. Seine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun ( Joh 4,34 ). Im heiligen Geist bewahrt die Kirche die Botschaft ihres Herrn und vollzieht seinen Willen. Deshalb tritt Paulus auf, sei es gelegen oder ungelegen ( 2 Tim 4,2). Er verkauft seine Botschaft von Jesus Christus dem Gekreuzigten nicht an die Launen der Welt. Er ist sich bewusst: Wenn er verkündigt, ist es nicht sein Wort, das er weiter sagt, sondern Gottes Wort. So schreibt er im ersten Brief an die Thessalonicher (1 Thess 2, 13): „Deshalb sagen wir Gott unablässig Dank dafür, dass ihr die Predigt des Wortes Gottes, als ihr sie von uns hörtet, nicht als Menschenwort, sondern, was sie wirklich ist, als Gottes Wort aufnahmt“.…

J Joachim Heisel

FREUDE

Ein fröhliches Herz tut dem Leib gut, ein bedrücktes Gemüt lässt die Glieder verdorren. So heißt es im Buch der Sprüche (Spr 17,22). Der Mensch ist zur Freude geschaffen. Freude hält uns am Leben. Wenn wir uns freuen können, leben wir intensiver. Freude ist erfülltes Leben. Freude teilt sich mit. Wer sich freut, bleibt nicht allein. Geteilte Freude ist doppelte Freude, heißt es. Freude schafft Frieden. Aus dem Ersten Weltkrieg wurde von der Westfront berichtet, dass plötzlich am Heiligen Abend eine große Stille eintrat und die Waffen schwiegen. Die Soldaten kamen langsam einer nach dem anderen aus den gegnerischen Schützengräben hervor, umarmten sich und und wünschten sich gegenseitig frohe Weihnachten. Für ein paar Stunden war Frieden, wenn auch danach das mörderische Ringen weiterging.

J Joachim Heisel

TEMPORA MUTANTUR ET NOS MUTAMUR IN ILLIS

Tempora mutantur et nos mutamur in illis. Dieser Spruch des römischen Schriftstellers Ovid (43 v.Chr.-17 n. Chr.) drückt eine allgemeine menschliche Erfahrung aus: Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.

J Joachim Heisel

DER NAME DER ROSE

Das Buch Genesis schildert in bildmächtiger Sprache wie Gott, als er alles geschaffen hatte, den Menschen dazu aufrief, jedem einzelnen Tier einen Namen zu geben. „Gott bildete aus dem Erdboden alles Getier des Feldes und alle Vögel des Himmels und ließ sie zu dem Menschen kommen, um zu sehen, womit er ein jedes benennen werde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen.(Gn 2,19-20)“. Mit der Namensgebung ist auch die Sinnbindung der Natur an den Menschen ausgedrückt. Durch den Menschen aus der bloßen Existenz herausgerufen erhält die Natur sinn- und sinnenhafte Bedeutung für den Menschen und wird damit auch zum Bild und Gleichnis des Menschen selbst..

J Joachim Heisel

MISSBRAUCH

Es wäre falsch, das Sprechen über die Kirche nur noch auf das sicherlich sehr betrübliche Kapitel Missbrauch hinzulenken. Es ist dringend angebracht, dieses Kapitel einzugrenzen.

J Joachim Heisel

WIEDERGEBURT

Der Mensch besitzt als einziges vernunftbegabtes Wesen der Natur in sich den Kern der Gotteserkenntnis und damit auch die Möglichkeit der Erkenntnis von seinem Ursprung und Ziel. Der Christ liebt diese Welt, er liebt die Natur, denn sie ist aus den Händen Gottes hervorgegangen, und er fühlt sich aufgerufen, sie zu bewahren. Aber er weiß auch, dass diese Welt nicht das letzte Wort Gottes ist und dass auf diese Welt bei aller faszinierenden und betörenden Schönheit doch der Schatten des Todes und der Vergänglichkeit fällt, der den Menschen nicht zur Ruhe kommen lässt. Genauso wie Christus verkündet hat: „Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen sondern es zu erfüllen“ (Mt 5,17), hat er die Natur des Menschen und ihre Gesetze nicht aufgehoben oder negiert. Er hat sie, indem er selbst Mensch wurde, mit der göttlichen Natur verbunden. Das geschieht für uns in der Taufe. Wie man früher wilde Bäume durch das Aufpfropfen eines Zweiges „veredelte“, so…

J Joachim Heisel

LIMONADENGLAS

Psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass dankbare Menschen Krisen besser überstehen, weil sie gelernt haben, den Blick auf das Positive zu richten. Sie spüren mehr Sinn im Leben und haben ein besseres Selbstwertgefühl. Da sie wissen, dass sie nicht alles selber machen können, suchen sie in Schwierigkeiten eher Hilfe bei anderen. Dankbare Menschen haben weniger negative Bewältigungsstrategien, sehen ihre Probleme objektiver und nehmen weniger Zuflucht bei Alkohol und Drogen. Dankbare Menschen kommen auch besser mit neuen Lebensabschnitten zurecht. Vor allem im Alter oder nach negativen Lebensereignissen wie Scheidung, Krankheit, Tod von Angehörigen oder Verlust des Arbeitsplatzes ist es wichtig, sich dankbar an das Positive in Gegenwart und Vergangenheit zu erinnern, etwa: Ich bin zwar an Krebs erkrankt, aber ich habe eine Familie, auf die ich mich verlassen kann. Oder: ich habe zwar meinen Arbeitsplatz verloren, aber vor 5 Jahren habe ich…

J Joachim Heisel