DEINE SORGEN

Der Philosoph Karl Jaspers (1883-1969) hat gemeint, dass eine wichtige Wesenseigenschaft des Menschen sei, dass er sich sorgt. Tatsächlich sind wir ständig besorgt um uns selbst, unsere Familie, Kinder, Freunde und Angehörige. Wir sorgen uns um den Klimawandel, den Frieden, den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Corona-Virus zeigt uns, wie verletzlich die Weltgemeinschaft ist. Je älter wir werden, desto mehr Sorgen machen wir uns auch um unsere Gesundheit. Manche Menschen sind von Sorgen geradezu niedergedrückt.

J Joachim Heisel

CORONA

Es ist etwas eingetreten, wovor Fachleute spätestens nach dem Auftreten von Schweine- und Vogelgrippe schon längst gewarnt haben: Ein neuer Erreger ist aufgetreten, gegen den bisher kein wirksames Gegenmittel hilft und gegen den man sich auch durch Impfung bisher nicht schützen kann. Dazu kommt, dass er sich schneller ausbreitet als bisher angenommen.

J Joachim Heisel

DIE ZUNGE

Die Zunge ist ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt. Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist ein Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt ( Jak 3,.1-12)

J Joachim Heisel

DEINE WUNDEN WERDEN HEILEN

Es ist Fastenzeit, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, in der uns die Kirche zu Konsumverzicht und Solidarität mit unseren Nächsten aufruft. Dazu schreibt der Prophet Jesaja um 740 v. Chr. Worte, die wir uns auch heute noch zu Herzen nehmen können. Er sagt: Das ist ein Fasten wie ich es liebe: wenn du einen Nackten siehst und ihn bekleidest und dich deinen Verwandten nicht entziehst, dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell heilen (Jes 58,8). Der Prophet Jesaja war wohl verheiratet und hatte Kinder. Er wusste, wovon er sprach. Einen Nackten zu bekleiden, kommt in unserem Alltag kaum vor. Aber wer heiratet, stellt früher oder später fest, dass er oder sie nicht nur die Frau oder den Mann geheiratet hat sondern gewissermaßen auch die jeweilige Verwandtschaft, im Guten und im Schlechten. In den Verwandten den Nächsten zu sehen, fällt manchmal schwer, vor allem, wenn sie nicht unseren Vorstellungen entsprechen.…

J Joachim Heisel

SINN UND ZWECK

Gott hatte Adam gerade geschaffen, als der erste Mensch die Augen aufschlug, sich umsah und ihn höflich fragte: “Was ist der Zweck von alledem?“ Gott antwortete: „Muss denn alles einen Zweck haben?“ „Aber ja doch“, sagte Adam. „Dann überlasse ich es Dir, für all das einen Zweck zu finden“, meinte Gott und ging. Am Anfang war also die Frage nach dem Zweck zumindest in dem Roman Katzenwiege von Kurt Vonnegut; aus dem diese Szene stammt. Man könnte sagen: Typisch Mann. Statt sich zu bedanken und zu staunen geht es ihm darum, was kann ich damit anfangen.

J Joachim Heisel

DAS WORT

Die Geschichte will sagen: In jedem Menschen…gibt es ein Optimum dessen, was jemand werden kann. Viele Menschen vergeuden ihr Leben damit, das werden zu wollen, was sie nicht werden können und das zu verleugnen, was sie werden könnten…Deshalb sollte man in erster Linie eine gewisse Vorstellung von dem haben, was jemand werden und nicht werden kann, welches die eigenen Begrenztheiten und welches die Möglichkeiten sind.(Erich Fromm)

J Joachim Heisel

SABINE

Warum ein Orkan ausgerechnet Sabine heißen soll, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass sich nicht alle Sabinen darüber geärgert haben. Ich selber musste mit Sabine auf der Autobahn unterwegs sein. Eigentliche Bedrohung habe ich dabei nicht empfunden. Es war auch nicht auf dem Höhepunkt von Sabine, dass ich unterwegs war. Allerdings merkte ich vor allem bei Brücken, dass das Auto einen leichten Drall erfuhr und ich das Lenkrad instinktiv fester hielt. Bei einer Rast machte ich den Kofferraum auf und eine rote leere Einkaufstüte aus Papier, wurde weggerissen. Ich wollte noch hinterher laufen, doch sie flatterte wie ein roter Drachen einen Hügel hinauf und verschwand dann auf der anderen Seite. Kein Schaden, aber es zeigte mir, welche Gewalt im Wind sein kann.

J Joachim Heisel

PAULI BEKEHR

Das Fest Pauli Bekehrung (25.Januar) feiert den Tag, an dem aus dem Christenverfolger Saulus vor Damaskus der Völkerapostel Paulus wurde. Saulus, ein Eiferer für die alte Ordnung der Juden, hatte die Christen verfolgt und getötet. Die Apostelgeschichte berichtet, wie er bei der Hinrichtung des Stephanus, einer der ersten Christen, anwesend war und dessen Tod durch Steinigung billigte (vgl.Apostelgeschichte 7,54-60). - Später als er schon jahrelang im Namen Christi mit Erfolg gepredigt hatte, sagte er deshalb von sich: Ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche verfolgt habe (1 Kor 15,9).

J Joachim Heisel

WORAUF ES ANKOMMT

Manchmal möchten wir allein sein. Aber noch öfter wünschen wir uns jemanden neben uns, um uns nicht allein zu fühlen. Bevor wir auf die Welt kamen, waren wir neun Monate nie allein. Wir waren in unserer Mutter geborgen. Durch die Nabelschnur waren wir mit ihr verbunden. Wir waren eins mit ihr. Dieser wunderbare Zustand von Symbiose voller Harmonie und Gleichklang hat uns geprägt. Hier hat unser Urvertrauen in die Welt ihren Anfang. Davon zehren wir ein Leben lang. Und wir haben davon eine unstillbare Sehnsucht behalten. Das spüren wir, wenn wir an einem Strand in der Sonne liegen, unter uns der warme Sand, der sich unserem Körper anschmiegt und über uns eine mütterliche Sonne, die uns wärmt. Wir fühlen uns umfangen und geborgen im Schoß der Natur und der Gleichklang der Wellen wiegt uns in den Schlaf. So könnte es bleiben. Es ist die Sehnsucht nach dem Anfang, die uns einholt.

J Joachim Heisel

ERST MAL DANKE SAGEN

Manchmal scheint es, dass sich die gegenwärtige Generation befugt fühlt, alle überkommenen Traditionen über Bord zu werfen. Man spricht davon, dass dieser heutige Mensch insbesondere der westlichen Welt ein einzigartiges Individuum ist, das die Welt bisher noch nicht gesehen hat, ein Wesen, das aus der Kontinuität der bisherigen Geschlechtergenerationen herausfällt.

J Joachim Heisel

LEBEN IST FREUNDSCHAFT

Der westliche Individualismus und Narzissmus hat zu viel Einsamkeit geführt. In England wurde sogar ein Ministerium zur Bekämpfung von Einsamkeit eingerichtet. In seinem Buch „Einsamkeit, die unerkannte Erkrankung -schmerzhaft- ansteckend –tödlich“ so der Titel, schreibt der bekannte Ulmer Psychiater Manfred Spitzer: Wichtiger als die Quantität unserer sozialen Bindungen ist deren Qualität: Ein Freund, der mit einem durch dick und dünn geht, ist wichtiger als 500 virtuelle Bekannte in einem Online-Netzwerk. In seinem Buch spricht der Autor auch davon, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Einsamkeit Herz-Kreislauferkrankungen und Depressionen begünstigt und damit das Leben verkürzt. Umgekehrt kann man sagen, dass Freundschaften gesundheitsfördernd wirken. Oder auch: Freundschaften tragen zum Gelingen des Lebens bei.

J Joachim Heisel