ZIERFISCHE

Thomas von Aquin (1225 - 1274 n. Chr.) sagt einmal sinngemäß: Der Mensch strebt von seiner ganzen Natur danach, glücklich zu sein und er kann nicht anders als glücklich sein zu wollen. – So ist jede Hoffnung letztlich die Hoffnung, glücklich zu sein, und alle Handlungen und das ganze Fühlen und Denken eines Menschen kreisen um die Frage: Wie kann ich glücklich sein?

J Joachim Heisel

GLÜCKLICH SEIN

In einem Schlager, in dem ein Junge seiner Freundin erklärt, dass er sie verlassen will, äußert das Mädchen seinen Schmerz darüber, dass er sie allein lässt und singt in einem Refrain: Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

J Joachim Heisel

ÜBERLASTUNG

Viele Beziehungen zwischen Mann und Frau scheitern heute an einer Form der Überlastung. Oft fehlt die soziale Einbindung in die Familien der jeweiligen Partner, wobei diese auch oft gar nicht in der Lage sind, anderen Stütze zu geben. Dadurch fehlt der soziale Rückhalt in Krisensituationen vor allem bei jungen Menschen, die dann schnell wieder auseinander gehen, wenn es schwierig wird. Sie finden sich dann oft im Hotel Mama wieder. Mit zunehmender Säkularisierung ist aber auch die religiöse Einbindung der Beziehung der Geschlechter verblasst. Der Gedanke, dass Ehe und Familie menschliche und christliche Berufungen darstellen und damit auch in einem sozial und religiös verpflichtenden Kontext stehen und auch ihr Gelingen davon abhängt, ist weitgehend verloren gegangen. Somit ist aber auch der Glücksanspruch an den Partner enorm gewachsen und tritt oft mit unerbittlicher Härte in den Vordergrund.

J Joachim Heisel

BEISTAND

Manchmal möchten wir beten, wissen aber nicht wie. Hier gibt uns der Apostel Paulus einen Hinweis auf den heiligen Geist, der auch Paraklet, d.h. Beistand genannt wird. Er soll unsere Gedanken so lenken, dass sie zu Gebet werden.

J Joachim Heisel

TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

Unter einer Überschrift „Ein verunsichertes Land" hat Professor Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach das Ergebnis einer Umfrage in der FAZ vom 26.9.26 veröffentlicht. Sie schreibt, dass multiple Krisen wie Pandemie, Ukrainekrieg, Wirtschafts- und Energiekrise das Selbstwusstsein der Deutschen angegriffen haben. Nach dieser Untersuchung fühlt sich eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung durch die Krisen und Herausforderungen belastet, jeder Zweite sogar stark.

J Joachim Heisel

SCHUTZENGEL

Immerhin glauben nach einer statistischen Erhebung vor einigen Jahren sechzig Prozent der Bundesbürger an die Existenz von Engeln. Auch die katholische Kirche hat in ihrem „Portfolio" die Schutzengel.Im Katechismus der katholischen Kirche heißt es darüber: „Einem jeden Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen."

J Joachim Heisel

SPITZINGSEE

Ein Herbsttag im bayerischen Voralpenland am Spitzingsee mit einem seidig durchsichtigen Himmel mit Bergen zum Geifen nahe und einem See, in dem sich die Abendsonne spiegelt und die Herbstblätter mit einem durchsichtigen Grün fast jenseitig leuchten lassen. Die Menschen gelassen in einer entrückt anmutenden Natur. Ein Hochzeitspaar feiert in einer Hütte am Ufer umgeben von festlich gekleideten Gästen. Ein Stück jungen Lebens und gleichzeitig herbstlicher Verklärung als Bild des Lebens.Ich schlendere weiter am See entlang zur Dorfkirche. Dort ist alles noch festlich geschmückt von der kirchlichen Trauung. Es ist gut, solche Momente erleben zu dürfen in der Hast einer sich immer rastloser verändernden Welt.

J Joachim Heisel

SCHWESTER FAUSTYNA

Wegen eines orthopädischen Problems wurde mir empfohlen, Schuhe mit besonderer Dämpfung und Federung zu kaufen. Im Geschäft war wenig zu tun, und eine Verkäuferin im mittleren Alter nahm sich meines Problems an. Sie widmete sich dieser Aufgabe mit offensichtlicher Hingabe und stellte mir verschiedene Schuhe unter Einpassung der mir verordneten Einlagen zur Anprobe zur Verfügung und riet mir, eine Weile auf und ab zu gehen, auch Treppen zu steigen, ob denn die Schuhe auch wirklich passen würden.

J Joachim Heisel

WARUM HAST DU MICH VERLASSEN?

Das Leid steht wie eine dunkle Wolke über unserem Leben. Manchmal taucht es unvermittelt am Horizont auf. Ich denke an eine siebzigjährige Frau, die nie zum Arzt ging und als sie sich dann doch dazu entschloss, musste der Arzt ihr eröffnen, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt war. So krass wird es wahrscheinlich bei uns nicht sein.

J Joachim Heisel

ALLE SUCHEN NACH LIEBE

Alle Menschen suchen nach Liebe, alle Menschen suchen nach Glück. „Es ist dem Menschen nicht gegeben, nicht nach Glück zu verlangen“ (Thomas von Aquin). Und so wie der Mensch nach Glück sucht, so sucht er auch nach Liebe. Denn das größte Glück ist es, zu lieben und geliebt zu werden. Wir verstehen die Menschen erst, wenn wir begreifen, dass jeder in dieser unwirtlichen Welt umherschweift und auf der Suche nach Liebe und Glück ist. Sie sind die Nahrung der Menschen, ohne die sie verhungern.

J Joachim Heisel

BLAISE PASCAL

Der Philosoph Blaise Pascal (1623 - 1662 sagte einmal: Ich setze auf Gott. Wenn es ihn nicht gibt, dann werde ich das nicht erfahren. Wenn es ihn gibt, dann bin ich angenehm überrascht, daß er doch da ist.

J Joachim Heisel

DANKEN UND GESUNDHEIT

Die moderne Verhaltenspsychologie zählt Dankbarkeit zu den Ressourcen bei der Überwindung von Krisen, Depressionen und Angsterkrankungen. Das systematische Studium der Dankbarkeit begann innerhalb der Psychologie erst um das Jahr 2000. Bis dahin hatte sich die Psychologie eher mit dem Verständnis negativer als mit positiven Emotionen beschäftigt. Aber seit dem Entstehen der sogenannten positiven Psychologie befindet sich die Dankbarkeit im Mainstream psychologischer Forschung. Insbesondere hebt sie den Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und allgemeinem Wohlbefinden hervor.

J Joachim Heisel

HERBSTZEITLOSE

Jetzt blüht sie wieder auf den Wiesen, die Herbstzeitlose, einerseits filigran schön anzusehen, andererseits hochgiftig. Nur wenig ihres Wirkstoffs Colchizin genügt, um tödlich auf den Herzrhythmus zu wirken. Andererseits ist sie in rechter Dosierung als Arzneimittel ein probates Mittel gegen Gicht. „Dosis facit venenum"- die Dosis macht das Gift - so lautet der Leitspruch des Pharmakologen. So steht sie für die Ambivalenz der Natur dem Menschen gegenüber, auf der einen Seite giftig, auf der anderen Seite heilend. Dies und ihr Auftreten im Herbst hat die Herbstzeitlose (lat. Colchicum autumnale) von Alters her in der Blumensprache zu einem Kontrastsymbol aus zarter Schönheit, Tödlichkeit und Vergänglichkeit im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen gemacht.

J Joachim Heisel

ERINNERN

Auf meinem Foto sehe ich eine mir seit sechzig Jahren vertraute Landschaft in der Voreifel in der Nähe von Maria Rast, einer Begegnungsstätte der Schönstattschwestern. Im Vordergrund sieht man ein Maisfeld, in einem von der frühen Hitze im Juni ausgedörrten Boden. Was mir am meisten im Bild gefällt, sind die Wolken, die den Himmel fast unendlich erscheinen lassen. Ich hätte noch lange da hineinschauen können, bin aber dann weiter nach Maria Rast gewandert, wo die Schwestern in der typischen Schönstattkapelle, die in der ganzen Welt gleich ist, eine eucharistische Anbetung eingerichtet haben. Es ist ein Gefühl von Heimkommen und Ankommen im Unendlichen aber auch im ganz Realen...

J Joachim Heisel

IM SPIEL IST WAHRHEIT

Im Alten Testament, im Buch der Sprüche (8,22-31) heißt es in einem sehr poetischen Text, den wir auf den Menschen als spielendes Kind vor seinem Schöpfer (lateinisch homo ludens) beziehen können:

J Joachim Heisel

AM FLUSS

Ich gehe im späten MIttagslicht unmittelbar entlang des Ufers der Isar. Die alten Bäume am Ufer neigen sich dem Wasser zu und werden irgendwann in den Fluss hineinfallen. Der Uferrand ist wohl wohl vor Jahrzehnten mit Steinen befestigt worden, die sich aber im Laufe der Zeit gelöst haben. Mitten in der Stadt lebendiges Wasser. Man hat angeblich nachgewiesen, dass Menschen, die in der Nähe von Flüssen oder Seen leben, ein ausgeglicheneres und positiveres Lebensgefühl haben.

J Joachim Heisel

DIE KEHRE

Aus dem Buch von Tobias Haberl „Unter Heiden":

J Joachim Heisel

IM WEINBERG

Unlängst erzählte uns der Apostel Matthäus im Tagesevangelium der heiligen Messe (Mt 20.1-16) das Gleichnis Jesu von einem Weinbauern, der auf dem Markt Arbeiter für seinen Weinberg suchte. Er fand zu jeweils verschiedenen Zeiten Arbeiter, die bereit waren, in seinem Weinberg zu arbeiten.

J Joachim Heisel

SICHTBARKEIT GOTTES

Aus der Encyclika von Papst Benedikt XVI: Deus caritas est - Gott ist die Liebe - Nr. 17:

J Joachim Heisel

HADERN MIT GOTT

Ein Freund ist plötzlich und unvorhersehbar mit 76 Jahren verstorben. Die Angehörigen hatten keine Gelegenheit mehr, sich von ihm zu verabschieden. Ohne Zweifel eine harte Prüfung für die ganze Familie. Bei der Beerdigung fragte mich die Witwe, eine gläubige Frau: „Ich hadere mit Gott, dass uns ein Abschied nicht möglich war. Warum lässt Gottes das zu?"

J Joachim Heisel

SANKT ELISABETH

Ich war auf der Bank in der Nähe des Ostbahnhofs in München und danach in der Kirche Sankt Elisabeth, einem schönen Rundbau mit viel Licht. Ich war ganz allein dort. Eine Frau trat herein und ging zum Tabernakel, zündete Kerzen an und betete davor. Es war, als ob zwischen uns eine Verbindung entstand mit dem Tabernakel als Zentrum. Ich dachte an das Wort Jesu: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18,20)

J Joachim Heisel

MACHT DES MENSCHEN

Inzwischen ist eine andere Form von Macht in den Vordergrund gerückt, die zunächst rein wohltätig und allen Beifalls würdig zu sein scheint, in Wirklichkeit aber zu einer neuen Art von Bedrohung des Menschen werden kann. Der Mensch ist nunmehr im Stande, Menschen zu machen, sie sozusagen Reagenzglas zu produzieren. Der Mensch wird zum Produkt, und damit verändert sich das Verhältnis des Menschen zu sich selbst von Grund auf. Er ist nicht mehr ein Geschenk der Natur, oder ist Schöpfer Gottes; er ist sein eigenes Produkt. Der Mensch ist in die Brunnenstube der Macht hinunter gestiegen, an die Quellorte seiner eigenen Existenz.

J Joachim Heisel

LETZTES GERICHT

Aus der Enzyklika Spe Salvi von Papst Benedikt XVI. Nr. 43 und 44:

J Joachim Heisel