ZUNGE

Die Zunge ist ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt. Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist ein Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt ( Jak 3,.1-12)

J Joachim Heisel

DER HIMMEL ÜBER UNS

Eine junge Ukrainerin, die seit Beginn des Ukrainekriegs in Bayern lebt, schreibt in Münchner Merkur vom 24. Februar 2026, dem Jahrestag des Beginns der russischen Offensive, dass bei allen Klagen über Bürokratie oder Mülltrennung, die Deutschen eigentlich dankbar sein müssten, dass sie in diesem Land leben dürfen.

J Joachim Heisel

ZUHÖREN

Aus der Botschaft zur Fastenzeit 2026 von Papst Leo XIV.:

J Joachim Heisel

OHNE GOTT UND GEBOT

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen Emotionen, Gedanken, Motive, Persönlichkeitsmerkmale und die aktuelle Situation einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Empathie befähigt uns, mit anderen zu empfinden und gegebenenfalls auch zu helfen.

J Joachim Heisel

ASCHERMITTWOCH

Am Aschermittwoch wird den Katholiken im Gottesdienst ein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und du zum Staub zurückkehrst (Gen 3,19)". Mutter Kirche will uns so daran erinnern, dass unseres Verweilens auf dieser Erde nur vorübergehend ist. Das ist nicht gerade nett und auch nicht politically correct, aber es ist die reine Wahrheit!

J Joachim Heisel

HERZ JESU

Wir brauchen einen Ort, wo wir alles ablegen können , was uns müde und traurig macht. Im menschlichen und göttlichen Herzen Jesu finden wir diesen Ort, wo alles menschliche Verstehen und Trösten und göttliche Vergebung seinen Platz hat.

J Joachim Heisel

IM WEINBERG

Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (vgl. Mt 20,1-16), die alle den gleichen Lohn erhalten, egal wie lange sie gearbeitet haben, stellt Jesus die Arbeit in diesem Reiche Gottes dar. Als Sohn der Mosel geht mir dieses Gleichnis besonders gut ein. Christus hat die Arbeit im Weinberg wohl auch deshalb als Bild des Lebens genommen, weil diese Arbeit bis auf den heutigen Tag besonders hart ist. Gerade die steilen Lagen des Weinbergs, die besonders der Sonne ausgesetzt sind, erfordern schweißtreibende Arbeit. Aber sie bringen auch den besten Wein hervor. Es ist wie im Leben. Das was uns viel Mühe kostet und uns manchmal auch leiden lässt, bringt die besten Früchte hervor. Was treibt die Arbeiter an? Neben dem Lohn vielleicht auch ihr Mitwirken daran, dass ein guter Wein entsteht! Die Welt und ihre Strukturen stellen das Feld dar, wo dieses Reich Gottes Gestalt annehmen soll. Es ist dabei nicht wichtig, wieviel und in welchem Umfang der einzelne daran mitwirkt. Entscheidend ist,…

J Joachim Heisel

WEN GOTT LIEBT

Der Geist der Gotteskindschaft führt uns dazu, alle Dinge aus den Händen Gottes zu empfangen: die guten Dinge aber auch die schlechten. Alles kommt aus der Hand des Vaters, der uns liebt. Selbst wenn er uns Leid und Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Einsamkeit in unseren Beziehungen schickt, will er uns dadurch etwas sagen. Manchmal will er uns nur daran erinnern, dass wir uns mehr auf ihn und nicht zu viel auf uns und unsere Sorgen und Pläne verlassen sollen. Es kann auch sein, dass wir erst durch harte Lektionen lernen, dass er unser Herr ist − in guten und in schlechten Zeiten.

J Joachim Heisel

SELBSTERFAHRUNG

Gott ist für uns nicht greifbar. Wir können ihn mit unseren Sinnen nicht erfassen. Dafür hat der Mensch sich selbst entdeckt. Er hat sich entfaltet als ein Wesen, das sich in einem nicht gekannten Maße selbst erlebt, dem sich in der Erfahrung mit sich selbst ganz neue Welten offenbaren. Es gibt heute unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst zu erleben, sich ständig neu zu erfahren in wechselnden Situationen, Umständen, Umgebungen, Partnern. „Seien Sie anspruchsvoll“, lautet der Werbe-Slogan einer großen süddeutschen Zeitung und fordert damit zur Selbstverwöhnung auf.

J Joachim Heisel

ORDNUNG

Wir alle kennen die Sprüche über Ordnung: Ordnung ist das halbe Leben. Halte Ordnung und die Ordnung wird dich halten. Oder auch die Rede von Recht und Ordnung. Natürlich brauchen wir Ordnung in unserem Leben. Ordnung hilft uns das zu tun, was wir tun sollen. Deshalb sollen wir uns daran erinnern, dass Zeit unser kostbarstes Gut ist. Laut eines Artikels in der Zeitung verbringen die Deutschen jeden Tag mehrere Stunden mit Fernsehen und Computerspielen.

J Joachim Heisel

BATSCHELSCHNÜSS

Man spricht bei einem Menschen von Herzensbildung, wenn bei ihm Verstand, Wille und Gemüt in einer einheitlichen Beziehung zueinander stehen und ihn befähigen, aus der Mitte seiner Person, alle Saiten der Grundeigenschaft des Menschen, nämlich lieben zu können, überall und in allen Lebenslagen zum Klingen zu bringen.

J Joachim Heisel

ARM UND REICH

Dieser Tage habe ich anlässlich meines Geburtstags länger mit einer Verwandten telefoniert, die nun schon im 86. Lebensjahr steht. Dabei erzählte sie mir, dass sie seit Jahren jeden Morgen eine Stunde des Gebetes und der Meditation hält. Dabei betet sie für ihre Familie, vor allem Kinder und Enkelkinder aber auch für die vielen Menschen, die ihr früher begegnet sind und auch für alle Menschen, an die niemand mehr denkt wie sie sagte. Sie betet auch noch die Gebete, die ihre Großmutter und ihre Mutter sie gelehrt haben und die noch von unserer gemeinsamen Urgroßmutter stammen. Ich war davon beeindruckt, und auch wie sie mir sagte, dass das Gebet, das sie von ihrer Großmutter gelernt hat, nun schon über hundert Jahre alt ist. Am Gedenktag für Verstorbene, für die sie betet, zündet sie eine Kerze an.

J Joachim Heisel

HOT CHOCOLATE

In der Buchhandlung Hugendubel am Marienplatz in München gibt es ein kleines Café und man kann sich dort hinsetzen und in den Büchern lesen. So kam ich auch dieser Tage dorthin und bestellte mir einen „Hot Chocolate" also heiße Schokolade. Der junge Mann hinter der Theke zauberte mit Sahne eine wunderschöne Blume darauf und reichte mir die Tasse mit einem freundlichen Bitteschön. „Das haben sie ja wunderbar hingebracht." „Schön, dass Sie es bemerkt haben“, antwortete er und freute sich über mein Kompliment.

J Joachim Heisel

SCHNÜRSENKEL

Die Schnürsenkel meiner Wanderschuhe waren zerrissen, so ging ich zu Sport Schuster am Marienplatz, wo ich die Schuhe gekauft hatte und fragte die Verkäuferin nach neuen Schnürsenkeln. Sie zählte die Ösen und sagte 1,80 m. Dann suchte sie mir die passenden heraus. Ich sagte dann: „Hoffentlich schaff ich das bei diesen vielen Ösen." Aber sie sagte aufmunternd: „Sie schaffen das!" Und als ich dann sagte: „Wir hatten eine Kanzlerin, die das auch zu uns gesagt hat" , antwortete sie mir: „Die hat hier bei mir 2017 auch Schnürsenkel gekauft." So stehe ich nun unerwartet zumindest in diesem Punkt in einer Reihe mit unserer Ex- Kanzlerin!

J Joachim Heisel

SAG MAL DANKE

Manchmal scheint es, dass sich die gegenwärtige Generation befugt fühlt, alle überkommenen Traditionen über Bord zu werfen. Man spricht davon, dass dieser heutige Mensch insbesondere der westlichen Welt ein einzigartiges Individuum ist, das die Welt bisher noch nicht gesehen hat, ein Wesen, das aus der Kontinuität der bisherigen Geschlechtergenerationen herausfällt.

J Joachim Heisel

DAS LEBEN VERPASSEN

Viele Menschen geraten in Unruhe oder gar Panik, weil sie befürchten, dadurch andere Beziehungen, ja das Leben selbst zu verpassen, wenn sie nach einiger Zeit feststellen, dass sich das erhoffte Glück mit der Partnerin oder dem Partner nicht einstellt. Es ist gut, sich einen Rat des hl. Johannes vom Kreuz zu eigen zu machen: „Wo Liebe fehlt, investiere Liebe und du wirst Liebe ernten."‚ Nicht allein Harmonie und Wohlbefinden sind das Kriterium für ein gelungenes Leben, sondern die Tatsache, ob wir in unserem Leben geliebt haben.

J Joachim Heisel

STRASSENLATERNEN

Als ich dieser Tage abends von einem Arztbesuch, zurückkam, war es schon dunkel und die Straßenlaternen strahlten ihr mildes Licht in den dunklen Himmel. Als ich eine von Eis und Schnee bedeckte Steintreppe hinunter ging, fiel mir ein, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man abends durch die Straßen gehen kann und vor allem bei Eis und Schnee sehen kann, wo man hintritt.

J Joachim Heisel

TRAUMBILD

Ehe ist eine Berufung zur Liebe, zum Fortschreiten in der Liebe, selbst dann wenn es schwierig wird. Es gilt für die Ehe das Gleiche, was der heilige Augustinus im Bezug auf den Weg zu Gott gesagt hat: Jedes Stillstehen bedeutet Rückschritt.

J Joachim Heisel

ACHATE

Achate sind von außen roh und unansehnlich. Wenn man sie spaltet, sind sie leuchtend und funkelnd in allen Farben. Unser Alltag kommt uns auch manchmal grau und unansehnlich vor. Erst wenn das Licht der Hoffnung darauf fällt, können wir Positives und neue Perspektiven in ihm entdecken. Durch Christus kann die Hoffnung in unser Leben eines jeden Tages Einzug halten.

J Joachim Heisel

GÜTE

Güte sieht im andern das Gute. Sie ist mit der Weisheit verbunden, die um die letzten Zusammenhänge des Seins weiß und danach ihr Tun richtet. Dem gütigen Menschen prägen sich im Laufe der Jahre die Züge seiner gütigen Haltung auf. Es gibt Menschen, von denen wir sagen, sie haben ein gütiges Gesicht. Der gütige Mensch ist tief davon überzeugt, dass auf dem Grund der Seele eines jeden Menschen das Gute weiterlebt, weil die Seele des Menschen aus den Hän-den Gottes hervorgegangen ist und wieder zu ihm zurückkehrt, wenn sie die göttliche Flamme in ihrem innersten Heiligtum nicht ganz zum Verlöschen bringt.

J Joachim Heisel

WARTESCHLEIFE

Es gibt so viele Leerzeiten in unserem Leben, dass man daraus fast ein zweites zusammensetzen könnte. Nehmen wir an, wir hängen in der Warteschleife bei der Bank oder der Stadtverwaltung. Wir können uns ärgern über die Zeit die wir dabei vertun. Wir können aber auch an etwas Schönes denken; zum Beispiel an unseren letzten Ausflug aufs Land, wo wir den blauen Himmel und die grünen Wiesen in ihrer ganzen Pracht gesehen haben oder auch an das schöne Konzert von vorgestern. Wir können überlegen, was wir heute noch zu tun haben und uns dazu Notizen machen, alles Möglichkeiten, diese leere Zeit zu füllen und uns nicht zu ärgern.

J Joachim Heisel