DIENERIN GOTTES

Kloster Reutberg bei Sachsenham liegt auf einem sanften Moränenhügel im oberbayerischen Voralpenland, bei Föhn sieht man in der Ferne die ganze Alpenkette. Der Dreiklang Kloster mit Kirche, See und Bergen ist hier perfekt. Eine Brauerei mit Bierstüberl gehört auch noch dazu.

J Joachim Heisel

STARK

Dieser Tage fand ein Gedenkgottesdienst für Bischof Johann Baptist Sproll (1870-1949) in Anwesenheit der Bischöfe Gebhard Fürst von Rottenburg und Bertram Meier von Augsburg sowie des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann an seinem letzten Zufluchtsort Ursberg statt. Dorthin hatte sich Bischof Sproll vor der Verfolgung durch das Nazi-Regime von 1941 bis 1945 geflüchtet. Von Anfang an hatte Bischof Sproll auf die Unvereinbarkeit der Nazi-Ideologie mit der christlichen Religion hingewiesen. Nach der Vertreibung aus seinem Bistum Rottenburg war er zur Tatenlosigkeit verurteilt, hat jedoch immer wieder standhaft und unbeugsam Stellung gegen das Regime bezogen. Sein Wahlspruch als Bischof lautete „Fortiter in fide“ ( Stark im Glauben). Bischof Bertram sagte in seiner Predigt: „Bischof Sproll nahm in seiner Kritik von Anfang an kein Blatt vor den Mund. Er verurteilte die NS-Ideologie bei Veranstaltungen mit bis zu 20000 Teilnehmern als…

J Joachim Heisel

LASS DIE WELT HINEIN

Unser Gebet kann darin bestehen, dass wir unsere Arbeit, unseren Alltag, uns selbst und die Menschen um uns in Verbindung mit Gott bringen. Das hat auch Jesus getan, wenn er in seinen Gleichnissen vom Gras auf dem Feld, von den Menschen, die einen Turm oder eine Scheune bauen oder von den Frauen, die im Haushalt arbeiten, zu den Menschen gesprochen hat oder wenn er gesagt hat: Betrachtet die Vögel am Himmel. Sie säen nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie (Mt 6,25). Lassen wir die Welt in uns hinein und bringen sie vor Gott.

J Joachim Heisel

AM FLUSS

Ein warmer Frühlingsabend an der Isar. Junge Leute haben auf den Ufersteinen ein Feuer angezündet und braten einige Würste. Ich bleibe stehen und frage scherzhaft: Wie teuer sind die Würste? Eine junge Frau lacht mich an und sagt: Die sind unbezahlbar! Wir lachen zusammen und unterhalten uns noch über den schönen Abend hier am Fluss.

J Joachim Heisel

WIDERSTAND UND ERGEBUNG

Dietrich Bonhoeffer(1906-1945) war ein lutherischer Theologe, der sich mutig dem Nationalsozialismus widersetzte und gegen Judenverfolgung und Krieg seine Stimme erhob. Obwohl er auf Grund seiner internationalen Beziehungen und Angeboten eine Möglichkeit zum Exil gehabt hätte, blieb er in Deutschland, um christlichen Widerstand zu leisten. Er starb als Märtyrer für seine christliche Überzeugung noch kurz vor Kriegsende im KZ Flossenbürg.

J Joachim Heisel

LOB DES WASSERS

Ich sitze auf einer Bank an der Staustufe in Detzem an der Mosel. Der Ortsname Detzem stammt noch aus römischer Zeit und bedeutete „Ad decimum lapidem“, am zehnten Meilenstein vor Trier, damals die römische Kaiserstadt Augusta Treverorum.

J Joachim Heisel

FEUER UND WIND

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein gewaltiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren (Apg 2,1-2).

J Joachim Heisel

DER GEIST GOTTES

Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. In ihm hat alles Bestand (Weish 1,7)

J Joachim Heisel

GLAUBE

Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es für Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum (Schicksal, Anm. des Autors) ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

J Joachim Heisel

MAI KÜHL UND NASS

Dieser Tage war ich bei einer befreundeten Winzerfamilie an der Mosel, um dort für mich und Freunde Wein einzukaufen. Im Gespräch erzählte mir der Winzer, dass das Sprichwort “Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun` und Fass”, für den Wein nicht zutrifft. Der Mai ist dieses Jahr bisher zu kalt für die Reben, was den Ertrag mindern kann. So wurde mir noch einmal klar, dass wir Städter nicht mehr die Folgen der Witterung hautnah erleben wie Winzer und Landwirte, deren Existenz von der Natur abhängt. Das mag für uns Städter gleichzeitig ein Verlust und ein Gewinn sein. Ein Verlust, dass wir nicht mehr genug spüren, dass nicht alles in unserer Hand ist. Ein Gewinn, dass wir zum mindesten, was die Witterung angeht, in unseren Breitengraden nicht unmittelbar existenziell bedroht werden, es sei denn wir leben in einem Überschwemmungsgebiet. Bis in die 1960er Jahre hinein gab es auch bei uns noch Bittprozessionen im Mai, wo um gute Witterung gebetet

J Joachim Heisel

POWERNAP

Wenn ich einmal vom Betrieb in der Klinik total gestresst war, bin ich im Sommer während der Mittagspause gegenüber in den Botanischen Garten in München gegangen und habe mich dort an einen wunderschönen Brunnen inmitten der Blumenbeete auf eine Bank gesetzt und nach spätestens zehn Minuten ging meine Ruhe in einen Mittagsschlaf, heute Powernap genannt, über. Damit habe ich unbewusst ein Wissen vorweg genommen, das uns heute Schlafforscher vermitteln: Durch Powernap erhöhen sich Konzentration, Leistungs- und Reaktionsfähigkeit für die restliche Arbeitszeit, allerdings nur wenn er nicht in einen Tiefschlaf übergeht.

J Joachim Heisel

DAS MASSBAND GOTTES

Wenn Gott einen Menschen mißt, legt er das Maßband nicht um seinen Kopf sondern um sein Herz.

J Joachim Heisel

LOB DES GEHENS

„Ich freue mich auf den Tag, an dem Ärzte auf der ganzen Welt Spaziergänge verschreiben, um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu steigern“, schreibt der irische Naturwissenschaftler Jane O’Mara in seinem Buch „Das Glück des Gehens“.

J Joachim Heisel

AUCH WENN DU DORT ALLEIN STEHST

Am morgigen Sonntag, den 9.5.21 ist der 100. Geburtstag von Sophie Scholl (1921-1943). Sie war Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ in München und wurde verhaftet, als sie zusammen mit ihrem Bruder Hans am 18. Februar 1943 Flugblätter in der Halle der Ludwig-Maximilians-Universität in München auslegte. Darin riefen sie zum Widerstand gegen Krieg und Nazi-Herrschaft auf. Am 22. Februar wurden Hans und Sophie Scholl zusammen mit ihrem Freund Christoph Probst, der ebenfalls zur Weißen Rose gehörte, nach einem kurzen Prozess vor dem sogenannten Volksgerichtshof in der Haftanstalt München-Stadelheim wegen Hochverrat durch die Guillotine hingerichtet. Zuvor hatten sie das Abendmahl aus der Hand des evangelischen Gefängnispfarrers empfangen. Christoph Probst, der konfessionslos aufgewachsen war, empfing unmittelbar vor seiner Hinrichtung die Taufe und die heilige Kommunion und wurde so in die katholische Kirche aufgenommen.

J Joachim Heisel

BILL UND MELINDA

Jetzt ist es heraus. Bill (65) und Melinda Gates (56) lassen sich nach 27 Jahre Ehe scheiden, Sie haben drei gemeinsame Kinder, 25, 21 und 18 Jahre alt. Sie sind das reichste Paar der Welt. Ihre Trennung wird ein Imperium von 146 Mia. USD erschüttern, auch die gemeinnützige Bill&Melinda Gates Foundation mit Einlagen von 50 Mia. USD. Zum Vergleich: Das Bruttosozialprodukt von Äthiopien beträgt 96 Mia. USD bei 112 Millionen Einwohnern.

J Joachim Heisel

MENSCHEN

Die Größe eines Berufes besteht vielleicht vor allem anderen darin, dass er Menschen zusammenbringt. Es gibt nur eine wahrhafte Freude: den Umgang mit Menschen…Wenn wir nur für Geld und Gewinn arbeiten, bauen wir uns ein Gefängnis und schließen uns wie ein Klausner ein. Geld ist nur Schlacke und kann nichts schaffen, was das Leben lebenswert macht. Sollte ich unter meinen Lebenserinnerungen die namhaft machen, die ihren kräftigen Geschmack behalten haben, sollte ich die Summe der Stunden ziehen, die in meinem Leben zählen, so finde ich gewiss nur solche, die mir kein Vermögen der Welt je verschafft hätte.

J Joachim Heisel

WALLFAHRT

Das Wort wallfahren kommt von wallen und bedeutet unterwegs sein. Vor Jahren schrieb Hape Kerkeling ein Buch mit dem Titel „Ich bin dann mal weg“ und erzielte damit eine millionenfache Auflage. Er beschrieb seine Wallfahrt als „Buddhist mit christlichem Überbau“ nach Santiago de Compostela. Wallfahrten sind in den letzten Jahren in Mode gekommen. Das Unterwegssein auch im religiösen Sinne kommt wohl dem Lebensgefühl des heutigen Menschen entgegen.

J Joachim Heisel

MARIA EICH

Es war ein etwas verregneter Samstagnachmittag vorgestern auf dem Vorplatz der Wallfahrtskapelle in Maria Eich bei München. Auch die Blaskapelle konnte mit der Bayernhymne keinen weissblauen Himmel herzaubern.Aber trotzdem gab es genug Pilger, die gemeinsam gegen die Pandemie anbeteten. Der Augustinerpater sprach von den Nöten und Ängsten der Coronazeit und betete Fürbitten für die Kranken, die Verstorbenen, Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, für Migranten und persönliche Anliegen . Schliesslich hörte es sogar auf zu regnen. Noch ein Marienlied von der Blaskapelle und wir gingen ein Stück froher nach Hause.

J Joachim Heisel

TAG DER ARBEIT

Heute feiern wir den Tag der Arbeit, in der katholischen Kirche das Fest von Josef dem Arbeiter, in Bayern zusätzlich Heilige Maria, Patrona Bavariae, Schutzfrau Bayerns.

J Joachim Heisel

LICHT

In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht

J Joachim Heisel