WANN BETEST DU?
11.07.2026
Ein Freund, der in Uganda in einem Work-Camp beim Bau einer Schule mithalf, erzählte mir, wie einer der einheimischen Studenten einen Deutschen fragte: „Wann betest du?“ Den deutschen Studenten erstaunte die Frage. Offensichtlich war es für den Afrikaner aus Uganda selbstverständlich, dass ein Mensch betet. Uganda steht auf der Entwicklungsskala der Länder der Erde auf einem der letzten Plätze. Die Menschen dort, wo die Schule gebaut wurde, können sich noch nicht einmal Kerzen leisten. Wenn abends um sieben Uhr die Sonne innerhalb weniger Minuten untergeht, bleibt es dunkel bis zum nächsten Morgen. Diese Menschen spüren auf natürliche Weise, dass sie weder über Tag und Nacht noch über ihr eigenes Leben Herr sein können. Sie spüren, dass es jemanden über ihnen gibt, der ihr Leben bestimmt. Auch wir spüren in bestimmten Momenten, dass unser Leben nicht allein von uns abhängt.
SAUERTEIG
10.07.2026
Christus vergleicht das Reich Gottes mit dem Sauerteig (vgl. Lk 13,20). Sauerteig-Sein bedeutet im Verschwinden etwas Neues zu bewirken, Geschmack zu geben. Das kann geschehen durch die Art und Weise wie der Christ den anderen als Mitmensch, Handwerker, Angestellter, als Kunde oder Verkäufer, Hausfrau, Arzt oder Rechtsanwalt begegnet. Er sollte etwas vom Geist und Geschmack des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe widerspiegeln, die den Geist Christi ausmachen. Nicht große fromme Events sondern die Summe der christlich gelebten Einzelexistenzen können zeichenhaft den Anbruch des Reiches Gottes verkünden.
GLAUBE UND GESELLSCHAFT
08.07.2026
33. Mit dem heiligen Johannes XXIII. beginnt eine neue Etappe der kirchlichen Soziallehre, die durch eine deutlichere Ausrichtung auf die globale Dimension sozialer Fragen und auf die Sprache der Rechte gekennzeichnet ist. In Mater et magistra stellt er den christlichen Glauben als ein Licht dar, das in der Lage ist, Himmel und Erde miteinander zu verbinden, und er erinnert daran, dass die Kirche, obwohl ihre vorrangige Sendung in der Heiligung und der Verkündigung der ewigen Güter besteht, deshalb nicht die konkreten Bedürfnisse des täglichen Lebens der Menschen vernachlässigt, sondern sich für jedes authentische menschliche Gut interessiert. [27] Ausgehend von dieser ganzheitlichen Sichtweise des Menschen betont er, dass das gesellschaftliche Leben ein Gleichgewicht erfordert zwischen der Initiative der Bürger und Gruppen, die dazu aufgerufen sind, sich selbst zu organisieren und zusammenzuarbeiten, und dem Handeln des Staates, der koordinieren und unterstützen muss, ohne die…
ANHAUCH DER GESCHICHTE
04.07.2026
Ich sitze hier unter einem großen Kreuz, das bereits im Jahr 1852 auf dem Burgberg oberhalb von Kreuzweingarten bei Euskirchen errichtet wurde. Der Ort ist schon seit der Zeit der Kelten besiedelt und weist Spuren einer Ringwallbefestigung auf, in dessen Nähe einige Ansiedlungen waren.
KASTEN BIER
03.07.2026
Wieder einmal sitze ich auf der Bank unter einem großen schweren Betonkreuz, das in den dreißiger Jahren der Ortspfarrer oberhalb dem kleinen Ort Kreuzweingarten hat errichten lassen. Vom Hang darunter steigt der abendliche Duft von Gräsern und Blumen zu mir herauf und mit ihm die Erinerung an eine Szene von einen Juniabend vor einigen Jahren.
WAGNIS
03.07.2026
Wir können uns der letzten Geheimnisse nicht anders versichern als durch einen kühnen Sprung in die Tiefe. Dieser Sprung ist ein ungeheures Wagnis, er bedeutet eine ganz persönliche Entscheidung, aber wir dürfen sie trotz aller Gefährlichkeit und scheinbarer Ungewissheit getrost vollziehen, denn es ist kein blinder Zufall, dass wir unter diesen oder jenen Vorstellungen über die letzten Geheimnisse stehen, sondern diese Vorstellungen sind vom göttlichen Leben selbst in uns gewirkt. (Gertrud von le Fort 1876-1971)
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