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POSTMODERNE

Geschrieben am 01.03.2020
von Joachim Heisel

 

Der Begriff Postmoderne stammt von dem französischen Philosophen Jean-Francois Lyotard. Er hat im Jahr 1979 ein Gutachten für die kanadische Regierung zu dem Thema: „Wissen und Denken unserer Zeit“ verfasst. Das Buch, das daraus entstand, trug den Titel „Das postmoderne Wissen“ und schildert einige Denkmuster der nach diesem Buch benannten Postmoderne (in Frankreich Dekonstruktivismus).

Danach ist es eine bloß denkerische Konstruktion, dass die Welt und der Mensch zu einem großen Ziel unterwegs sind. Deshalb soll sich der Mensch nicht auf ein großes irreales Ziel ausrichten, sondern er soll sein Sinnen und Streben auf kleine überschaubare Ziele ausrichten, z.B. den nächsten Urlaub. Da es das große Ziel nicht gibt, braucht der Mensch auch nicht den Spannungsbogen auszuhalten, um ein solches Ziel zu erreichen, z.B. die Treue einer lebenslangen Partnerschaft. Vielmehr soll er den Blick auf die nächstliegende Situation oder allenfalls den nächstliegenden Lebensabschnitt konzentrieren. Auch die Meinung, dass das Subjekt oder die Person eine Einheit sei, ist irrig und beruht auf falschen Denkkonstruktionen. Vielmehr soll sich der Mensch in jeder neuen Begegnung und in jedem neuen beruflichen oder sozialem Umfeld oder mit jedem neuen Partner neu definieren und entwerfen. Das bedeutet auch, dass der Mensch mit den daraus definierten Zielen auch nur kleine Spannungsbögen an Verpflichtungen  aushalten kann. Festlegen auf weitreichende oder gar endgültige Ziele fällt dem postmodernen Menschen somit unendlich schwer…

Der Einfluss der Postmoderne ist unübersehbar. Ich denke, er erklärt manches in unserer Zeit sowohl was individuelle Lebenseinstellung und Verhalten in Politik und Gesellschaft angeht. Wir brauchen nur um uns zu schauen…

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