SEI BEHÜTET

Geschrieben am 30.03.2020
von Joachim Heisel


Unter dem Schutz des Höchsten (Psalm 91)

1 Wer im Schutz des Höchsten wohnt, *

der ruht im Schatten des Allmächtigen.

2 Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg, *

mein Gott, auf den ich vertraue.

3 Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers und aus der Pest des Verderbens. 4 Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, Schild und Schutz ist seine Treue. 5 Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, 6 nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag. 7 Fallen auch tausend an deiner Seite, dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es dich nicht treffen. 8 Mit deinen Augen wirst du es schauen, wirst sehen, wie den Frevlern vergolten wird. 9 Ja, du, HERR, bist meine Zuflucht. Den Höchsten hast du zu deinem Schutz gemacht.. 10 Dir begegnet kein Unheil, deinem Zelt naht keine Plage. 11 Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. 12 Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt; 13 du schreitest über Löwen und Nattern, trittst auf junge Löwen und Drachen. 14 Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen. 15 Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort. In der Bedrängnis bin ich bei ihm, ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren. 16 Ich sättige ihn mit langem Leben, mein Heil lass ich ihn schauen.

Dieser Psalm ist ein Aufruf, sein Vertrauen ganz auf Gott zu setzen. Die zwei ersten Verse sind gewissermaßen die Kernaussage: Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen. Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue. -  Das bedeutet: Auch wenn es äußerlich schlecht laufen sollte oder sogar Katastrophen über uns hereinbrechen, gilt diese letzte Zuflucht beim Herrn. -Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort (Vers 15). Wenn wir in Not sind, brauchen wir einen Ansprechpartner. Oft genügt es schon, wenn er uns zuhört und sagt: Ich verstehe Dich und ich denke an dich. Dieser Psalm ruft uns dazu auf, uns vor allem auch dann  an Gott zu wenden, wenn es uns schlecht geht.

Einer meiner besten Freunde sagt mir jedes Mal beim Abschied: Sei behütet! Er drückt damit seinen  Wunsch aus, jemand möge auf mich aufpassen. Behüt euch Gott,  sagt die Großmutter zu ihren Enkelkindern, wenn sie nach einem Besuch bei ihr wieder weggehen. Sie meint: Ihr geht jetzt weg von mir. Ich kann nicht weiter auf Euch aufpassen, aber jemand kann es für mich tun.

Es  wäre naiv und vermessen, wenn wir von Gott verlangen würden, uns auf Grund unserer Bitten, alle unsere Wünsche zu erfüllen und uns von allem Unheil zu bewahren. Im Vers 16 heißt es: Ich lasse ihn schauen mein Heil. – Bei allem, was uns auch zustoßen mag, lässt Gott uns auf eine end-gültige Verheißung hoffen, die am Ende unser Leben und alles, was darin war, heil werden lässt, wenn wir auf ihn vertrauen.

Wir haben das wunderbare Kirchenlied von Michael Vehe aus dem Jahr 1537, das diesen Psalm und alles, was er uns sagen will wunderbar ausdrückt:

Wer unterm Schutz des Höchsten steht

1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.

2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.

3) Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sein Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.

Nächster Blog  5.4.20