WIE KANNST DU SELIG WERDEN?

Geschrieben am 06.10.2020
von Joachim Heisel


Warum lese ich eine Biografie, einen Brief? Ich möchte etwas über die Person erfahren, von der die Biografie handelt oder vom Schreiber oder der Schreiberin des Briefes, wie es ihr oder ihm geht oder was sie denkt. Als meine Mutter ungefähr 70 Jahre alt war, schrieb sie mir einen Brief, in dem sie ihr Leben Revue passieren ließ und zu dem Schluss, kam, dass ihr Leben bei allen Höhen und Tiefen, gut war. Mit jedem neuen Lebensjahr lese ich den Brief anders, kommen mir andere Gedanken dabei. Das Neue Testament ist die Biografie Jesu. Wollen wir mehr über ihn erfahren, können wir darin lesen. Der heilige Augustinus sagt einmal: Willst du Jesus kennen lernen, lies in der Heiligen Schrift. – Wenn wir das tun, werden uns in jeder Phase unseres Lebens dazu andere Gedanken in den Sinn kommen. Es reicht nicht, dass wir einmal darin lesen und dann nicht mehr. Das Lesen sollte uns dazu dienen, bei Jesus in die Lehre zu gehen.

Vor vielen Jahren hat der damals sehr bekannte Prediger Pater Leppich die Aktion 365 begründet. Sie sollte Menschen dazu führen, jeden Tag aus dem Evangelium zu lesen, weil er glaubte, dass dies einen Menschen verändern kann.. Ein Mann wir Mahatma Gandhi, der Jesus sehr verehrte, obwohl er Hindu war, ließ bei den abendlichen Meditationen, die er vor vielen tausend Menschen hielt, immer wieder aus dem Neuen Testament vorlesen, vor allen die Seligpreisungen aus der Bergpredigt (Mt 5,3-12; Lk 6,20-49). Lesen wir nun selbst daraus, was Jesus uns sagt und ich lade Euch ein, auch den Rest des Textes noch zu lesen: „Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. - Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. - Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. - Selig die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“. Allein diese Worte, die Jesus vor vielen Menschen und auch zu uns auf einem Berg am See Genezareth gesprochen hat, wären ein Programm für unser ganzes Leben, für jeden Tag. Würden wir jeden Tag diese Worte und die anderen, die Jesus gesprochen hat, in uns aufnehmen, unser Leben würde sich unmerklich oder doch auch merklich verändern, denn sie würden uns „nicht in den Kleidern stecken bleiben“ sondern nach und nach auch unser Denken und Verhalten ergreifen, wenn wir bereit sind, uns ihnen öffnen.

"Wären doch Dein Verhalten und deine Worte so, dass jeder, der dich sieht oder mit dir spricht, unwillkürlich dächte: Der da beschäftigt sich mit dem Leben Jesu“ Das sagt der hl. Josefmaria in seinem Aphorismenbuch „Der Weg“.

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