SOMMERDÜRRE - BLOGGERLEBEN

Geschrieben am 04.09.2020
von Joachim Heisel


Der Herbst kündet sich an. Der Sommer hat in Teilen des Landes Dürre gebracht. Als ich vor zwei Wochen im Rheinland war, schien das Land ausgetrocknet, die Wiesen gebleicht, das Laub schon welk, in den Bächen kaum Wasser. Der Wasserstand war in einigen Gemeinden des Landes so niedrig, dass Wasser rationiert wurde.

Manchmal könnte man meinen, dass auch unsere geistigen und geistlichen Reservoire austrocknen. Nur ist uns der Mangel oft nicht bewusst. Der Prophet Jeremias klagt in seiner Zeit: „Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zysternen auszuhauen, geborstene Zysternen, die kein Wasser halten (Jeremia 2,13)“. In der Geheimen Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, heißt es: „Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offb 22,17)“

Wir selbst setzen uns einem Mangel aus, wenn wir zu viel von dem aufnehmen, was uns vordergründig befriedigt oder auch ängstigt, und zu wenig von dem, was unserem Leben Sinn, Gehalt und Zuversicht geben kann. Ohne Wasser gedeiht kein Leben. Die Bibel, die heilige Schrift, kann uns Quelle lebendigen Wassers sein. Schöpfen wir daraus, damit unser Leben gelingt. Nehmen wir uns die Zeit und schauen wir in dieser schwierigen Zeit öfter in die Bibel.

Bei meiner Reise ins Rheinland habe ich einen alten Schulfreund getroffen Wir haben einige Jahre in der Schule nebeneinander gesessen und Freud und Leid miteinander geteilt. Er fragte mich, was ich denn so den ganzen Tag tue. Wir sprachen dann über meine Webseite, und ich sagte ihm: Eigentlich komme ich mir manchmal vor wie  meine Großeltern. Nach dem Krieg gab es viele Leute, die sich Haustiere hielten. Das war auch eine Ernährungsfrage. Meine Großmutter väterlicherseits, die vom Lande stammte, hielt Kaninchen. Meine anderen Großeltern hatten Hühner. Wenn ich als Kind mit ihnen irgendwo zu Besuch war, hieß es um sechs Uhr abends: Wir müssen nach Hause, denn  die Hühner warten auf uns. Sie brauchen Futter und müssen in den Stall.

Mir geht es genauso. Plötzlich fällt mir ein: Der nächste Blogeintrag ist fällig! Ich muss ständig Futter suchen und finden. Immer habe ich Zettel in der Tasche, um jeden neuen Gedanken sofort aufzuschreiben, da er sonst weg ist. Die alten Griechen kannten den Gott des günstigen Augenblicks. Sie nannten ihn Kairos. Er wurde als vorübereilender nackter Jüngling mit kahlgeschorenem Kopf dargestellt, der nur am Hinterkopf einen Haarschopf hatte, an dem man ihn festhalten sollte, um eine günstige Gelegenheit nicht zu verpassen. Auch lese ich am liebsten die Zeitungen von gestern, damit ich ohne schlechtes Gewissen auch mal eine Seite herausreißen kann, da ich sie für den Blog brauche.

Ich danke an dieser Stelle allen Freundinnen und Freunden meiner Webseite, dass sie mir auch im Sommerloch die Treue gehalten und vielleicht sogar seine Inhalte mit anderen geteilt haben.

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