GENDER

Geschrieben am 27.03.2021
von Joachim Heisel


Die in Bayern bekannte Kabarettistin Monika Gruber meinte in einem Interview, dass die Gender-Diskussion mittlerweile bizarre Blüten treibe und vermutete eine „geistige Wohlstandsverwahrlosung“, wobei die breite Masse der Bevölkerung dafür kaum Verständnis habe. Eigentlich müsse konsequenterweise Petra Gerster bei der Moderation im ZDF nicht nur von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Studentinnen und Studenten  sprechen ,sondern  auch, wenn es um Verbrechen gehe, von Mörderinnen und Mördern, aber auch von Bürgerinnensteig und Bürgersteig bzw. Fussgänger/-innen/überweg. Man muss ja Monika Gruber nicht allzu ernst nehmen, denn das will sie ja selber nicht. Aber im gleichen Interview klagte sie über Ausgrenzung bei kabarettistischen Beiträgen, die sich mit dem Mainstream anlegen.

Von König Heinrich VIII. von England, der zwei seiner sechs Ehefrauen köpfen ließ, wird berichtet, dass sein Hofnarr der einzige Mensch war, zu dem er Vertrauen hatte und der ihm als einziger die Wahrheit sagen konnte.

Eigentlich müsste sich auch jede Demokratie bezahlte Hofnarren halten, die ihrer jeweweilgen  Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Das geschieht zum Teil im Karneval. Aber auch die Kirchen, die ja zum Teil indirekt vom Staat alimentiert werden, sollten ihre Stimme überall da einbringen, wo sie anderer Meinung sind als der Mainstream. Das wäre ein wichtiges Korrektiv.

Aber wenn wir von Gender sprechen, sollten wir  auch einmal über die Kosten von „Gender“ nachdenken. Der Stadtrat von Kiel hat eine gendergerechte Umstellung aller Schreiben, Formulare, Vordrucke und Veröffentlichungen beschlossen, Kostenpunkt mindestens fünfzigtausend Euro. Immerhin sollen die alten Formulare noch aufgebraucht werden; bei fast elftausend   Gemeinden in Deutschland kommt da einiges zusammen.

Ausserdem existieren mittlerweile 250 Lehrstühle und Zentren für Gender - Forschung in der Bundesrepublik. Im Vergleich dazu gibt es nur 191 Lehrstühle für Pharmazie und 46 Professuren für Eletrotechnik in Deutschland.

Als Ausgangspunkt der Genderbewegung gilt das 1949 erschienene Werk „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir, der Lebensgefährtin von Jean-Paul Sartre. Sie unterschied als erste zwischen dem biologischen Geschlecht und dessen Prägung auf Grund kultureller, historischer und sozialer Einflüsse. Die Gender-Bewegung ist integraler Bestandteil der Postmoderne und weitgehend auch des sozialen und politischen Mainstreams in Deutschland, Frankreich und den USA geworden. Dabei vermischen sich berechtigte Anliegen um die Anerkennung der Rechte der Frau im öffentlichen und privaten Leben mit einem ausschließlich positivistischen Menschenbild, das mit der christlichen Sicht des Menschen als Geschöpf und Kind Gottes nicht zu vereinbaren ist.

Im Buch Genesis heißt es: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er ihn (Gn 1,27). Damit ist die Geschlechtlichkeit des Menschen keine Eigenschaft, über die er selbst verfügen kann. Frau-Sein und Mann-Sein gehört zum unveräußerlichen Wesen einer jeden Person.

Wenn von Gender inspirierte Erzieher und Lehrer junge Menschen dazu anhalten,  erst einmal darüber nachzudenken und zu erfühlen, welchem Geschlecht sie denn angehören, bereitet das den Boden für eine tiefgreifende Identitätsunsicherheit vor allem in der vulnerablen Phase der Pubertät mit oft fatalem Einfluss auf die weitere Lebensentwicklung dieser jungen Menschen.

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