Auf die Frage der Zeitschrift "Innehalten", ob er bei seiner Priesterweihe, als er Zölibat und Gehorsam versprochen habe, nicht eine deutliche Einschränkung der eigenen Freiheit empfunden hätte, antwortete Kardinal Reinhard Marx:
Das war doch ein freier Entschluss aus einer freien Entscheidung. Das Leben besteht aus Entscheidungen, die zugleich bindend sind. Wir sind nicht allein auf der Welt. Freiheit ist immer eine gebundene, eine verantwortliche Freiheit. Sie ist nur möglich im Zusammenhang mit anderen Menschen. Eine Beziehung, ein Arbeitsvertrag oder auch ein Gespräch, in dem ich jemandem vertraue – das sind immer Schritte in Freiheit, die im selben Moment zu Bindung und Übernahme von Verantwortung führen. Als Christen ist für uns der Höhepunkt also das, was das Leben ganz glücklich macht, die Liebe. Aber die Liebe setzt die Freiheit voraus. In Freiheit entscheide ich mich. Ich binde mich aber dann für immer, wenn ich das Wort ausspreche."Ich liebe Christus", oder "Ich liebe meine Frau oder meinen Mann". Dieses Wort kann man nicht einfach so zurücknehmen. Wenn man es tut, ist es ein Zeichen einer tiefen Krise.
Aus einem Interview der Zeitschrift "Innehalten" vom 8.6.25 mit Kardinal Reinhard Marx
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