Unser Leben ist angefüllt mit tausend Dingen, die an jedem Tag erledigt werden müssen, um unseren Alltag zu meistern. Es fängt morgens mit dem Aufstehen, Anziehen und Zähneputzen an und setzt sich mit einer Kette von Dingen fort, die wir selbstverständlich und teilweise fast automatisch jeden Tag verrichten müssen: Essen, Trinken, Autofahren, Einkaufen, Schlafen. Wir empfinden sie manchmal als lästig und in sich sinnlos. Erst im Gesamtzusammenhang unseres Lebens können sie einen Sinn erhalten. Der hl. Paulus sagt: „Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut: tut alles zur Verherrlichung Gottes! (1 Kor 10,31).
Wenn unser Leben keinen Sinn hat, kann der monotone Ablauf unseres Alltags zur unerträglichen Last werden und jede kleine Schwierigkeit belastet unsere Nerven. Wenn wir aber diese Dinge vor den Augen Gottes tun und uns seiner ständigen Gegenwart innewerden, erhalten die alltäglichen Dinge eine Qualität und Bedeutung, ja eine Poesie, die sie von sich aus nicht besitzen. Das kann uns tiefen Frieden und Freude geben. Wir können „aus der Prosa des Alltags epische Dichtung machen“ (hl. Josefmaria Escrivá, 1902-1975).
Joseph von Eichendorf (1788-1857) hat vielleicht den gleichen Gedanken ausdrücken wollen, als er folgendes Gedicht schrieb:
Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen
triffst du nur das Zauberwort.
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