Im Hinhören auf Gott, in der Kontemplation nehmen wir teil an der Zeit Gottes, atmen wir bereits die Luft der Ewigkeit, denn was ist der Himmel anderes als ein ständiges Nahe-bei-Gott-Sein, eine fortwährende Kontemplation. Dann „werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin‚ (1 Kor 13,12).
Wer kontemplativ lebt, für den steht die Zeit still, sie wird funktionslos und beharrt im Augenblick. Wer dauernd nur redet und handelt, füllt die Zeit mit Eigenem auf, aber er behält sie auch für sich und nimmt ihr die Weite und die Öffnung zur Ewigkeit. Die hl. Thérèse von Lisieux sagt: „Das Schweigen ist die Sprache der glücklichen Himmelsbewohner.
Eine Seele ohne Schweigen ist wie ein Körper ohne Schutz. Wer dagegen das Schweigen pflegt, bewahrt seine Seele. Es ist das Fehlen der Dimension der Dauer, der Ewigkeit, das den Menschen die Fähigkeit zum Schweigen und zur Muße nimmt. Sie müssen alles gleich jetzt haben, denn danach gibt es nichts mehr. Das treibt sie dauernd an.
Von dem amerikanischen Schriftsteller Mark Twain (1835-1910) soll der ironische Ausspruch stammen: Als sie das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten sie ihre Anstrengungen. Das könnte man vielleicht manchmal auch von uns sagen.
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