ALTERSDEPRESSION

Geschrieben am 06.08.2025
von Joachim Heisel


In einem Interview mit einer Zeitschrift schilderte der auch aus dem Fernsehen bekannte Unternehmer Wolfgang Grupp seinen Tagesablauf. Morgens nach dem Aufstehen schwimmt er regelmäßig einige Runden in seinem häuslichen Pool. Nach dem   Frühstück geht er als gläubiger Katholik  in seine Hauskapelle und betet dort ein Vaterunser und ein Gegrüßt seist du Maria. Er  spricht Dankesworte und denkt dabei an seine Eltern und Großeltern.
Nur kurze Zeit nach diesem Interview wurde er frühmorgens um 5 Uhr  in ein Krankenhaus eingeliefert, weil er versucht hatte, sich das Leben zu nehmen.

Auch gläubige Menschen können von  einer abgründigen Schwermut befallen werden, die sie dazu bringen kann, ihr Leben  als nicht mehr  lebenswert zu erachten. Im Falle von Wolfgang Grupp hatte er nach seinen eigenen Worten nach der Übergabe seiner Firma an seine Kinder  das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden und wurde darüber  so niedergeschlagen, dass er nicht mehr leben wollte.

Nach seinem Suizidversuch  schrieb er aus dem Krankenhaus in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter: Ich bin nun 84 Jahre alt und leide an einer sogenannten Altersdepression. Ich habe deshalb auch versucht, mein Leben zu beenden.

Er bereue, was er getan habe, und er wünsche, es sei nie geschehen

Wolfgang Grupp war Zeit seines Lebens ein starker Mensch und ein  sozial eingestellter Unternehmer, der die Kraft dazu wohl auch aus einem  gelebten katholischen Glauben geschöpft hat. Das hat ihn gehalten und geprägt. Aber in einem Augenblick tiefer Depression und Schwäche hat er nur noch einen dunklen Tunnel gesehen. Das kann jedem von uns auch passieren.

Mit dem mutigen Offenlegen seiner Situation hat Wolfgang Grupp ein Zeichen gesetzt für alle, die in eine solche Lage kommen.
Man rechnet, dass 7 % aller über 75-jährigen in Deutschland von Altersdepression betroffen sind. Man sollte auf sie achten und ihnen Hilfe anbieten und wer betroffen ist, sollte sich beizeiten Hilfe suchen.

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