Als ich dieser Tage abends von einem Arztbesuch, zurückkam, war es schon dunkel und die Straßenlaternen strahlten ihr mildes Licht in den dunklen Himmel. Als ich eine von Eis und Schnee bedeckte Steintreppe hinunter ging, fiel mir ein, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man abends durch die Straßen gehen kann und vor allem bei Eis und Schnee sehen kann, wo man hintritt.
Auch ist es nicht selbstverständlich, dass man in der Regel gefahrlos zu jeder Tages- und Nachtzeit durch unsere Stadt gehen kann. Freunde von mir aus Lateinamerika, die jetzt hier leben, sagten mir, dass sie es als große Befreiung empfinden, dass man überall in der Stadt unterwegs sein kann, ohne Angst zu haben überfallen zu werden.
Wir sollten uns bewusst machen, was diesen Alltag erst möglich macht.Es bedarf des Dienstes vieler unbekannter Menschen, dass unser Alltag nicht im Chaos untergeht. Denken wir nur daran wie Städte aussehen, wo der Müll nicht mehr regelmäßig abtransportiert wird. Dieser funktionale Alltag ist nur möglich weil wir uns auf ein soziales Geflecht gegenseitiger Dienstbereitschaft verlassen können und darauf vertrauen, dass darin jeder seine Pflicht erfüllt.
Darüber hinaus beruht unsere ganze Existenz jenseits unserer bloßen sinnlichen Wahrnehmung auf dem Vertrauen in eine Macht, die unser Leben behütet und erhält ganz gleich wo wir sind oder wo wir uns bewegen.
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