Wir brauchen einen Ort, wo wir alles ablegen können , was uns müde und traurig macht. Im menschlichen und göttlichen Herzen Jesu finden wir diesen Ort, wo alles menschliche Verstehen und Trösten und göttliche Vergebung seinen Platz hat.
Vor Jahren machte ich mit Freunden eine Wanderung im Großarltal im Salzburger Land. Unterwegs kehrten wir in einer alten Berghütte ein, die von einer alten Sennerin bewirtschaftet wurde. An der Wand hingen bestickte Tücher. Die Sennerin erzählte uns, daß diese Tücher von den jungen Frauen in der Zeit der Verlobung gestickt wurden. Auf einem der Tücher stand der Spruch: „Heiligstes Herz Jesu, sei du meine Liebe". Das hat einen doppelten Sinn. Auf der einen Seite soll unsere Liebe auf das Herz Jesu gerichtet sein als Mitte der Person Jesu, andererseits soll unsere Liebe gewissermaßen durch das Herz Jesu gehen.
Ich glaube , wir brauchen in unserer manchmal herzlosen, kalten, profit-und leistungsorientierten Zeit wieder das Herz Jesu. und seine Verehrung. Als ich Kind war und wir kurz nach dem Krieg mit meinen Großeltern zusammen im Haus wohnten, hatte ich das Malheur, daß ich bei meinen Spielen im Treppenhaus eine Herz-Jesu - Gipsfigur von ihrem Sockel herunterstieß und sie in Scherben am Boden lag. Meine Mutter fand diese Figur „kitschig" Aber meine Großmutter war darüber sehr traurig. Wahrscheinlich hatte sie diese Figur ihr Leben lang begleitet und ihr bei der Trauer über den Tod zweier Söhne im Krieg Trost gegeben.
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