Wozu all das Schwere in unserem Leben? Wozu Krankheit, Kreuz und Tod? Diese Frage stellen wir uns alle. Mit dem Leid in unserem Leben können wir oft nichts anfangen. Wir verdrängen es so lange es geht. Wir versuchen, uns dagegen zu versichern. Aber unvermittelt klopft es an unsere Tür und wir müssen das Leid herein lassen: eine Krankheit, ein Schmerz, ein Verlust, eine Schuld, eine zerbrochene Beziehung. Leid hat tausend Namen, auch unseren Namen und den ungezählter Menschen. Wir suchen nach dem Sinn, nach einer Antwort, aber das Leid und der Schmerz setzen sich wortlos in unserer Seele fest, ohne uns zu fragen. Aber wir spüren: Um mit unserem Leid leben zu können, brauchen wir eine Antwort, einen Sinn. Das Leid fragt uns: Wer bist du? Wir antworten: Mein Name ist Mensch, ein Kind Gottes, zum Glück geschaffen, nicht zum Leiden.
Wir gehen nun in der Fastenzeit bis Ostern symbolisch den Kreuzweg, den Jesus gegangen ist. Er begegnete dem Leid, einem Leid, das unser Leid weit übersteigt. Nach christlichem Glauben war er Gott und Mensch zugleich. Er wurde Mensch, um unser Bruder zu sein. Er kam in die Welt, um unser Leben zu teilen. Er nahm das Leid auf sich, damit wir nicht allein damit bleiben.
Das Leid kommt nicht von Gott. Er lässt es zwar zu, aber er hat es nicht gemacht. Es entstand nach christlichem Glauben durch die Abwendung des Menschen von Gott,auch Sünde genannt,.
Nach christlichem Glauben nahm Jesus aus Liebe stellvertretend für alle Menschen alle menschliche Schuld, Grausamkeit und Versagen auf sich. Alle Kriege, alle Feindschaft, alle Verbrechen der Menschheit türmten sich wie ein Berg vor ihm auf. Und auf diesem Berg stand sein Kreuz. Dahin sollte sein Kreuzweg führen.
Im Garten Getsemani, der Nacht vor seinem Tod packte Angst und Grauen seine Seele, so dass er sprach: „Vater, wenn es möglich ist, dann lass diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht mein Wille geschehe sondern der deine."
Als Mensch hatte Jesus Angst vor dem Leiden, weil es der menschlichen Natur widerspricht, denn der Mensch ist nicht für das Leiden geschaffen.
Christus stellt sein Leiden hinein in die Beziehung zu seinem Vater, indem er sagt: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen“ (Mt 26,39). An anderer Stelle sagte Christus einmal: „Meine Speise ist es, den Willen meines Vaters zu tun“ (Joh 4,34). Damit weist er uns einen Weg wie auch wir uns dem Sinn des Leidens annähern können. Wenn wir in unseren Leiden zusammen mit Christus sprechen: „Aber nicht was ich will, sondern, was du willst, soll geschehen“ (Mk 14,36), dann erhält auch unser Leiden einen Sinn, den es von sich aus nicht hat.
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