Margot Friedländer (1921 - 2025):
Es gibt kein christliches, kein jüdisches, kein muslimisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Wir alle sind Menschen, und wir müssen lernen, in Frieden miteinander zu leben.
„Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet. Seid Menschen, seid vernünftig.“.
„Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können.“.
„Was damals war, lässt sich nicht ändern. Aber: Es darf nur nie wieder geschehen. Es ist in eurer Hand, dass ihr vorsichtig seid.“.
„Worte können beruhigen. Worte können täuschen. Worte können Hoffnung geben. Aber am Ende zählen Taten.“.
„Die jungen Menschen dürfen nicht vergessen, was war.“.
„Ich bin mit Spreewasser getauft.“ (Über ihre Rückkehr nach Berlin).
Vor einem Jahr am 9.Mai 2025 verstarb Margot Friedländer.
Margot Friedländer wuchs in Berlin in einer jüdischen Familie auf. Sie hatte eine glückliche Kindheit und Jugend. Im Jahre 1943 wurde ihr 17- jähriger Bruder Ralph von der Gestapo verhaftet und zusammen mit seiner Mutter, die ihn nicht allein lassen wollte, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Nachbarn übermittelten ihr die mündliche Botschaft der Mutter an sie vor deren Verhaftung: „Versuche dein Leben zu machen!". So blieb sie selber in Berlin und tauchte dort unter, bis sie aufgrund von Denunziation verhaftet und ins KZ Theresienstadt deportiert wurde. Nach der Befreiung heiratete sie ihren Mann Adolf Friedländer, den sie dort kennen gelernt hatte, und der wie sie seine ganze Familie im Holocaust verloren hatte, und emigrierte zusammen mit ihm in die USA. Das Paar sprach weiterhin miteinander deutsch.
Nach dem Tod ihres Mannes besucht sie im Jahr 2003 zum ersten Mal wieder Deutschland und siedelt 2010 von New York in ihre alte Heimatstadt Berlin über.
„Sie haben mir nur das zurückgegeben, was mir gehört hat, was man mir vor Jahrzehnten weggenommen hat", sagte sie bei ihrer Einbürgerungsfeier im Roten Rathaus in Berlin.
Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, vor allem junge Menschen vom Holocaust zu berichten und damit beizutragen, dass solches nie wieder geschieht. Unermüdlich reiste sie dafür trotz ihres hohen Alters durch die Republik.
Sie hätte allen Grund gehabt zu Hass auf die Deutschen oder Gedanken der Rache. Sie hat jedoch den Deutschen die Hand zur Vergebung und Versöhnung gereicht.Kurz bevor Margot Friedländer das Große Verdienstkreuz, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, aus den Händen von Bundespräsident Walter Steinmeier erhalten sollte , verstarb sie vor einem Jahr im Alter von 103 Jahren in Berlin.
Der Platz vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin trägt ab jetzt den Namen Margot Friedländer-Platz
Nächster Blogbeitrag 13.5.26
