Ein Freund ist plötzlich und unvorhersehbar mit 76 Jahren verstorben. Die Angehörigen hatten keine Gelegenheit mehr, sich von ihm zu verabschieden. Ohne Zweifel eine harte Prüfung für die ganze Familie. Bei der Beerdigung fragte mich die Witwe, eine gläubige Frau: „Ich hadere mit Gott, dass uns ein Abschied nicht möglich war. Warum lässt Gottes das zu?"
Ich habe lange darüber nachgedacht und keine Antwort gefunden. Aber vielleicht lässt Gott manchmal eine Prüfung zu, damit wir im Glauben und in der Hoffnung an ihn wachsen.
Dass Gott am Ende alles gut werden lässt, dürfen wir hoffen. Wie er das tut, werden wir aber erst erfahren, wenn wir - so hoffen wir - einmal in seiner ewigen Gegenwart sein dürfen.
Unsere Sichtweise auf die Geschichte unseres Lebens und der Welt gleicht manchmal der Sicht auf die Rückseite eines handgeknüpften Teppichs, wo man nur ein Wirrwar von Fäden und Knoten sieht. Wenn man den Teppich dann umdreht, sieht man das schöne Muster und die Farben eines kostbaren Teppichs..
Das Ringen um Annahme von Schwerem und Widrigen in unserem Leben als den Willen Gottes ist für den Gläubigen auch immer die Frucht einer Gnade, um die er Gott bitten soll. Das braucht manchmal seine Zeit, in der wir auch einmal mit Gott hadern dürfen.
Im letzten Buch der Bibel, der sogenannten Geheimen Offenbarung (Kapitel 21), wird uns der Himmel, das Leben bei Gott, an den wir als Christen glauben dürfen, in Bildern einer Vision beschrieben:
Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.
Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr! Er sagte zu mir: Sie sind geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen, aus dem das Wasser des Lebens strömt.
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