APFELBAUM

Dieses Jahr war ich schon auf drei Bestattungen.. Der peinlichste Augenblick bei einer katholischen Beerdigung ist dann gekommen, wenn der Pfarrer die anwesenden Trauernden aufruft, für den nächsten zu beten, „der vor das Angesicht Gottes treten wird". Dann geht ein verstohlener Blick in die Runde, wer das wohl sein könnte.

J Joachim Heisel

TURMBAU ZU BABEL

Aus der Encyclika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. :

J Joachim Heisel

STUNDE NULL

Wir kamen von der Stunde Null und haben erlebt, wie es immer weiter bergauf ging. Wir haben uns nicht als letzte Generation gefühlt sondern als die erste Generation nach der Stunde Null. Zukunftsängste wie wir sie heute erleben mit drohender Klimakatastrophe, Pandemieangst, Kriegsangst in Europa waren uns fremd. Es gab zwar Momente, die „brenzlig“ waren: Koreakrieg, Kubakrise, Bau der Mauer, aber wir hatte nicht das Gefühl dem ohnmächtig gegenüber zu stehen oder ein Gefühl des Ausgeliefertseins.

J Joachim Heisel

GRUNDLOS FROH

Auf der Straße lag eine Einladung eines wohl indischen Guru: Erlebe grundlose Freude mit Lachen. Möchtest du mal wieder aus vollem Herzen lachen – einfach so, ohne Grund? Tauche live ein in die Erfahrung von grundloser Freude und unbeschwerten Glück und unbekümmerten Lachen.

J Joachim Heisel

PARKINSON

Ich besuchte einen Freund mit Morbus Parkinson in der Klinik. Er kann nur mit Rollator gehen, und als wir im Garten waren, ist er von einer Bank seitlich weggekippt und ist gottseidank weich auf die Wiese im Garten der Klinik hingefallen. Einige kräftige junge Männer haben ihm wieder aufgeholfen.

J Joachim Heisel

MISSBRAUCH

Aus der Encyclika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV.

J Joachim Heisel

ABBA VATER

Im Gebet halte ich Gott mein Leben hin. Ich begebe mich gewissermaßen aus mir selbst heraus auf Gott hin und lasse zu, dass er mein Leben anschaut und mir Antwort gibt.Ich kann ihn fragen, was er von mir hält. Das kann natürlich auch einmal unangenehm sein, aber wir können immer aus dem Geist der Gotteskindschaft mit ihm sprechen,.Als einer der Jünger Jesus bittet: „Herr, lehre uns beten!" sagt er: „Wenn ihr betet, so sprecht: Abba, Vater." ,wobei das Wort „Abba" auf aramäisch, der Sprache Jesu, soviel bedeutet wie Papa, also eine familiäre Ansprache (vgl. Lk 11,1).

J Joachim Heisel

DER VERLORENE SOHN

Irgendwann werden wir die ganze längere oder kürzere Geschichte unseres Lebens hinter uns lassen müssen. Helmut Schmidt äußerte einmal die Überzeugung, er und seine Frau Loki seien davon überzeugt, dass wir uns nach dem Tod in Moleküle auflösen und uns im All verlieren. Andere glauben an ein Leben nach dem Tod, wo sie Gott begegnen werden. Beides hat erhebliche Konsequenzen für die Art und Weise, wie wir unser Leben betrachten.

J Joachim Heisel

WÜRDE

Aus der Encyclika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV.:

J Joachim Heisel

MEMORY

Manchmal bleibe ich irgendwo in der Erinnerung hängen. So bei einem Telefonat mit der Tochter meiner Cousine, die früher als Kind oft bei meinen Eltern zu Gast war. Sie lebt nun in den USA. In einem Telefonat erinnerten wir uns gemeinsam an das Memory-Spiel, dass wir zusammen mit meinen Eltern gespielt haben, wobei Sabine immer gewonnen hat. Sie war damals etwa fünf Jahre alt. In diesem Alter haben die Kinder ein außergewöhnlich gutes optisches Gedächtnis, so dass sie uns Erwachsene immer geschlagen hat.

J Joachim Heisel

ZEITGEMÄSS

Und deswegen frage ich mich jedes Mal, wenn mir jemand weismachen will, dass etwas nicht mehr zeitgemäß sei, ob es nicht auch umgekehrt sein könnte, dass also die Sache richtig, aber die Zeit verkehrt ist, zum Beispiel Gott, der, wenn es ihn gibt, nicht darauf angewiesen ist, als zeitgemäß empfunden zu werden, weil eine Wahrheit unter allen Umständen wahr ist, selbst dann, wenn sie niemand wahrhaben will. Ob etwas alt oder neu ist, das hat mich nie interessiert, sondern immer nur, ob etwas richtig oder falsch, wahr oder unwahr ist.

J Joachim Heisel

BEGRENZTHEIT

Aus der Encyclika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV vom 25. Mai 2026:

J Joachim Heisel

WO LIEBE WOHNT

An Pfingsten kommt der Heilige Geist über die Apostel. Christus sagt vor seiner Himmelfahrt zu seinen Jüngern: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen" (Joh 16,12-13).

J Joachim Heisel

KINDERFREI

Menschen, die sich bewusst gegen Nachwuchs entscheiden, bezeichnen sich nicht mehr als kinderlos, sondern als kinderfrei. Das schreibt die Journalistin Judith Lembke in einem Artikel des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 13. Mai 2026. Vor allem Frauen empfinden das als Befreiung vom Zwang, Kinder in die Welt zu setzen.

J Joachim Heisel

DÜRRES LAND

In unserer gegenwärtigen Gesellschaft müssen wir oft lange nach dem Wort Gottes suchen. In den Medien, in unseren Gesprächen, in unserer Arbeit und Freizeit, an unseren Sonntagen spielt das Wort Gottes kaum mehr eine Rolle. Im Alten Testament heißt es beim Propheten Amos im 8. Kapitel : „Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören, dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden“ (Amos 8,11).

J Joachim Heisel

KI

Eine fundamentale Frage unserer Zeit lautet nicht nur, wozu Künstliche Intelligenz (KI) einmal imstande sein wird, sondern vor allem, „was die Technologien, die wir erschaffen, mit uns machen“. Das schreibt Papst Leo XIV. in einer Botschaft an einen Kongress an der römischen Universität Gregoriana, der sich mit dem Thema KI und Menschenwürde dieser Tage beschäftigte.

J Joachim Heisel

LESEN

Warum lese ich eine Biografie, einen Brief? Ich möchte etwas über die Person erfahren, von der die Biografie handelt oder vom Schreiber oder der Schreiberin des Briefes, wie es ihr oder ihm geht oder was sie denkt.

J Joachim Heisel

CARE- ARBEIT

Am Sonntag war Muttertag. Ich war auf einem Familientag, den Ordensschwestern organisiert hatten, als Gast von den Schwestern eingeladen. Dabei führte eine Mutter mit ihrer Tochter einen kleinen Sketch auf.

J Joachim Heisel

GENAZZANO

Heute vor einem Jahr wurde Robert Francis Kardinal Prevost zum Papst gewählt. Kurz danach besuchte Papst Leo am Samstag 10.5.25 die kleine Gemeinde Genazzano südöstlich von Rom, die ein Marienwallfahrtsort ist. Seit Jahrhunderten schon betreut der Augustinerorden, dem der Papst angehört, dieses Marienheiligtum. Mit der dort verehrten „Mutter vom Guten Rat“ verbindet Papst Leo auch eine andere innige Beziehung: So ist auch seine Heimatprovinz in Chicago, die er später auch leitete, der „Mutter vom Guten Rat“ geweiht. Sein erster Ausflug nach der Wahl zum Generaloberen der Augustiner im Jahr 2001 in Rom führte ihn schon damals in die kleine Gemeinde, in der das Heiligtum liegt.

J Joachim Heisel

WIE MEINE SEELE DICH ERBLICKT

Der Monat Mai ist in der katholischen Tradition der Monat Mariens. Seit im 19. Jahrhundert im Zeitalter der Romantik die Marienfrömmigkeit neu entdeckt wurde, finden Wallfahrten zu Marienheiligtümern etwa nach Altötting in Bayern oder Kevelaer im Rheinland statt.

J Joachim Heisel

STRASSE VON HORMUS

Die Straße von Hormus ist die derzeit wichtigste Straße der Welt, noch wichtiger als die Wallstreet in Manhattan, aber beide liegen nah beeinander insofern als jede Verkehrsstörung dort die Wallstreet erzittern lässt, Rund ein Fünftel der weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgas-Transporte passieren diese Meerenge – so die Zahlen aus dem Jahre 2024. So wichtig wie das Blut in unseren Adern für unseren Körper ist für die globale Energieversorgung mit Öl und Gas für die Weltwirtschaft und damit für unsere ganze technische Zivilisation.

J Joachim Heisel

BANALER ALLTAG

„Geht in euren Tag hinaus, ohne vorgefasste Ideen, ohne die Erwartung von Müdigkeit, ohne Plan von Gott, ohne Bescheid wissen über ihn, ohne Enthusiasmus, ohne Bibliothek – geht so auf die Begegnung mit ihm zu. Brecht auf ohne Landkarte – und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens.“

J Joachim Heisel

GEDENKEN

Jedes Mal, wenn ein Sarg oder eine Urne in die Grube hinabsinkt, haben wir das Gefühl endgültigen Abschieds. Als Christen dürfen wir aber glauben, dass es kein Abschied für immer ist. So sagt Jesus vor dem letzten Abendmahl kurz vor seinem Tod zu seinen Jüngern: „Jetzt seid ihr bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand wird euch eure Freude nehmen "(Joh 16,22).

J Joachim Heisel