GENAZZANO

Heute vor einem Jahr wurde Robert Francis Kardinal Prevost zum Papst gewählt. Kurz danach besuchte Papst Leo am Samstag 10.5.25 die kleine Gemeinde Genazzano südöstlich von Rom, die ein Marienwallfahrtsort ist. Seit Jahrhunderten schon betreut der Augustinerorden, dem der Papst angehört, dieses Marienheiligtum. Mit der dort verehrten „Mutter vom Guten Rat“ verbindet Papst Leo auch eine andere innige Beziehung: So ist auch seine Heimatprovinz in Chicago, die er später auch leitete, der „Mutter vom Guten Rat“ geweiht. Sein erster Ausflug nach der Wahl zum Generaloberen der Augustiner im Jahr 2001 in Rom führte ihn schon damals in die kleine Gemeinde, in der das Heiligtum liegt.

J Joachim Heisel

WIE MEINE SEELE DICH ERBLICKT

Der Monat Mai ist in der katholischen Tradition der Monat Mariens. Seit im 19. Jahrhundert im Zeitalter der Romantik die Marienfrömmigkeit neu entdeckt wurde, finden Wallfahrten zu Marienheiligtümern etwa nach Altötting in Bayern oder Kevelaer im Rheinland statt.

J Joachim Heisel

STRASSE VON HORMUS

Die Straße von Hormus ist die derzeit wichtigste Straße der Welt, noch wichtiger als die Wallstreet in Manhattan, aber beide liegen nah beeinander insofern als jede Verkehrsstörung dort die Wallstreet erzittern lässt, Rund ein Fünftel der weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgas-Transporte passieren diese Meerenge – so die Zahlen aus dem Jahre 2024. So wichtig wie das Blut in unseren Adern für unseren Körper ist für die globale Energieversorgung mit Öl und Gas für die Weltwirtschaft und damit für unsere ganze technische Zivilisation.

J Joachim Heisel

BANALER ALLTAG

„Geht in euren Tag hinaus, ohne vorgefasste Ideen, ohne die Erwartung von Müdigkeit, ohne Plan von Gott, ohne Bescheid wissen über ihn, ohne Enthusiasmus, ohne Bibliothek – geht so auf die Begegnung mit ihm zu. Brecht auf ohne Landkarte – und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens.“

J Joachim Heisel

GEDENKEN

Jedes Mal, wenn ein Sarg oder eine Urne in die Grube hinabsinkt, haben wir das Gefühl endgültigen Abschieds. Als Christen dürfen wir aber glauben, dass es kein Abschied für immer ist. So sagt Jesus vor dem letzten Abendmahl kurz vor seinem Tod zu seinen Jüngern: „Jetzt seid ihr bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand wird euch eure Freude nehmen "(Joh 16,22).

J Joachim Heisel

NEUES ENTDECKEN

Es gibt doch immer wieder Neues zu entdecken. Bei einer Bahnfahrt durch das Allgäu sehe ich zum ersten Mal bewusst, wie lang die Schatten sind, die die Hügel in der Abendsonne werfen. Und bei einem Spaziergang an der Isar beobachte ich an einem Märzmorgen, wie auch die kleinen Steine Schatten auf dem Wege werfen.

J Joachim Heisel

DIE HAND AN DER WIEGE

Manchmal möchten wir allein sein. Aber noch öfter wünschen wir uns jemanden neben uns, um uns nicht allein zu fühlen. Bevor wir auf die Welt kamen, waren wir neun Monate nie allein. Wir waren in unserer Mutter geborgen. Durch die Nabelschnur waren wir mit ihr verbunden. Wir waren eins mit ihr. Dieser wunderbare Zustand von Symbiose voller Harmonie und Gleichklang hat uns geprägt. Hier hat unser Urvertrauen in die Welt ihren Anfang. Davon zehren wir ein Leben lang. Und wir haben davon eine unstillbare Sehnsucht behalten. Das spüren wir, wenn wir an einem Strand in der Sonne liegen, unter uns der warme Sand, der sich unserem Körper anschmiegt und über uns eine mütterliche Sonne, die uns wärmt. Wir fühlen uns umfangen und geborgen im Schoß der Natur und mit ihr im Gleichklang. Da kommen wir zum Ursprung zurück, aber auch in Grenzsituationen wie Krankheit oder Todesnähe kehren spüren wir die Sehnsucht danach.

J Joachim Heisel

SAMARITER

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden, und angemessen darauf zu reagieren

J Joachim Heisel

DER MOTOR

Das wahre Gebet ist der Motor, die Triebkraft der Welt, denn es hält sie für Gott offen. Deshalb gibt es ohne Gebet keine Hoffnung, sondern nur Illusion. Nicht Gottes Gegenwart, sondern seine Abwesenheit entfremdet den Menschen: ohne den wahren Gott, den Vater des Herrn Jesus Christus, werden die Hoffnungen zu Illusionen, die dazu führen, der Wirklichkeit zu entfliehen. Mit Gott sprechen, in seiner Gegenwart bleiben, sich von seinem Wort erleuchten und reinigen lassen, das führt uns hingegegen in die Mitte der Wirklichkeit, in den innersten Motor des kosmischen Werdens; es führt uns sozusagen in das pulsierende Herz des Universums.

J Joachim Heisel

FRIEDENSAPPELL

Am 11.April 2026 hat Papst Leo XIV. anlässlich einer Gebetsvigil für den Frieden im Petersdom die folgende Betrachtung gehalten::

J Joachim Heisel

TRENDSTUDIE

Die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026" unter jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren hat erbracht, dass fast jeder dritte in diesem Alter das Gefühl hat, eine Behandlung wegen psychischer Belastung zu brauchen. Auch weisen 60 % der jungen Menschen eine suchtähnliche Handynutzung auf. Bei der vergangenen Befragung war nur jeder vierte der Meinung, dass er eine psychische Unterstützung für sein Leben brauche.

J Joachim Heisel

ACKERBODEN

„Das Besondere ist, dass Gott sich in Jesus Christus zu erkennen gegeben und die Welt erlöst hat. Und das finde ich immer noch das Interessanteste, was wir Ostern feiern, dass der Tod und das Böse nicht das letzte Wort haben werden."

J Joachim Heisel

OSTERMORGEN

Wer zu Christus gehört, muss das ganze Leben Christi leben.

J Joachim Heisel

BEGEGNUNG

Nachdem durch die Ausbreitung des Islam der Besuch der Heiligen Stätten in Jerusalem nicht mehr möglich war, wurden iIm Mittelalter überall im christlichen Abendland sogenannte Kreuzwege errichtet, in denen die vierzehn Stationen des Kreuzwegs, den Christus der Überlieferug nach am Karfreitag gegangen ist, dargestellt wurden. Vor allem in der Passionswoche und am Karfreitag wurde und wird auch heute noch dieser Kreuzweg von den Gläubigen im Gebet abgeschritten.

J Joachim Heisel

SCHNEEGLÖCKCHEN

Schneeglöckchen, Weißröckchen! Diese Schneeglöckchen haben sich schon hervorgewagt, aber offensichtlich nicht mit einem nochmaligen Wintereinbruch gerechnet. So sind letzte Woche in den Ammergauer Bergen zwanzig Zentimeter Schnee gefallen. Die Natur funktioniert also noch und beschert uns immer wieder Überraschungen. Das zeigt uns doch, dass wir mit unserem Machtanspruch sehr schnell an Grenzen kommen!

J Joachim Heisel

DER BEFUND

Nach einer Umfrage des INSA Instituts für Meinungsforschung sind nur noch 55 % der 18 bis 29-jährigen getauft. Also deutlich weniger als in den vorhergegangenen Generationen. 53 % der gleichen Gruppe glauben an Gott. Aber gleichzeitig sehen nur 41 % dieser jungen Leute das Christentum als notwendigen Bestandteil unserer Kultur. Auch wissen sie oft z.B. nicht Bescheid über den Inhalt des Weihnachtsfestes und seiner Botschaft.

J Joachim Heisel

HANS IM GLÜCK

Märchen drücken oft tiefe Wahrheiten über das Leben aus, so auch das Märchen von Hans im Glück, das uns die Gebrüder Grimm. Überliefert haben. Es erzählt von Hans, der sieben Jahre bei seinem Herrn gedient hatte und nun wieder heim zu seiner Mutter wollte. Der Herr sagte: Du hast mir treu und ehrlich gedient, so soll auch dein Lohn sein und gab ihn ein Stück Gold „so groß als Hansens Kopf war“. Auf dem Weg nach Hause aber drückte ihn das Goldstück so auf der Schulter, das er es los werden wollte. Auch begegnete er Menschen, die andere Dinge besaßen, die ihm erstrebenswerter als das Goldstück erschienen. So tauschte er sein Goldstück gegen ein Pferd ein. Als ihm auch das lästig wurde, weil es ihn aus dem Sattel warf, tauschte er es bei einem Bauern, der des Weges kam, gegen eine Kuh. So ging der Tausch weiter bis Hans durch ein Missgeschick auch das letzte Tauschobjekt, einen Schleifstein, mit dem er eine neue Existenz als Scherenschleifer…

J Joachim Heisel

GLÜCK

Am letzten Freitag war kalendarischer Frühlingsanfang mit strahlendem Wetter und wärmender Sonne, ein Lichtstrahl in die dunkle Winterseele.

J Joachim Heisel

FREUDE BIS ZULETZT

Tatsächlich gibt es Situationen und Ereignisse im Leben, die kein Grund zur Freude sind, die uns manchmal sogar an den Rand unserer Existenz bringen. Und dies ist nun der entscheidende Punkt, dass Freude nur dann Bestand hat, wenn unser Leben - auch das Negative und Schlimme - insgesamt in allen Situationen einen Sinn hat, und hier taucht natürlich die Frage nach dem Kreuz auf. Als erlöste Christen, deren Erlöser am Kreuz gestorben ist, können wir auch das Widrige und Schlimme und sogar Böse im eigenen Leben und im Leben der Anderen annehmen, auch wenn wir weiter darunter leiden:

J Joachim Heisel

NAH BEI UNS

In der heiligen Messe vom Montag in der vierten Fastenwoche lautet der Eingangsvers aus dem Psalm 30, Vers 7-8. :

J Joachim Heisel

GUT UND BÖSE

Es ist eine zutiefst tröstliche christliche Überzeugung, dass Christus durch seinen Tod am Kreuz das Böse und den Tod besiegt hat. Gott ist größer als all das Schlimme, was Menschen tun und sich gegenseitig antun können. Das ist eine für uns manchmal schwer zu fassende Glaubenswahrheit, dass Gott auch alles Böse und Schlimme letzlich zum Guten führen kann.

J Joachim Heisel