ALLE SUCHEN NACH LIEBE

Alle Menschen suchen nach Liebe, alle Menschen suchen nach Glück. „Es ist dem Menschen nicht gegeben, nicht nach Glück zu verlangen“ (Thomas von Aquin). Und so wie der Mensch nach Glück sucht, so sucht er auch nach Liebe. Denn das größte Glück ist es, zu lieben und geliebt zu werden. Wir verstehen die Menschen erst, wenn wir begreifen, dass jeder in dieser unwirtlichen Welt umherschweift und auf der Suche nach Liebe und Glück ist. Sie sind die Nahrung der Menschen, ohne die sie verhungern.

J Joachim Heisel

BLAISE PASCAL

Der Philosoph Blaise Pascal (1623 - 1662 sagte einmal: Ich setze auf Gott. Wenn es ihn nicht gibt, dann werde ich das nicht erfahren. Wenn es ihn gibt, dann bin ich angenehm überrascht, daß er doch da ist.

J Joachim Heisel

DANKEN UND GESUNDHEIT

Die moderne Verhaltenspsychologie zählt Dankbarkeit zu den Ressourcen bei der Überwindung von Krisen, Depressionen und Angsterkrankungen. Das systematische Studium der Dankbarkeit begann innerhalb der Psychologie erst um das Jahr 2000. Bis dahin hatte sich die Psychologie eher mit dem Verständnis negativer als mit positiven Emotionen beschäftigt. Aber seit dem Entstehen der sogenannten positiven Psychologie befindet sich die Dankbarkeit im Mainstream psychologischer Forschung. Insbesondere hebt sie den Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und allgemeinem Wohlbefinden hervor.

J Joachim Heisel

HERBSTZEITLOSE

Jetzt blüht sie wieder auf den Wiesen, die Herbstzeitlose, einerseits filigran schön anzusehen, andererseits hochgiftig. Nur wenig ihres Wirkstoffs Colchizin genügt, um tödlich auf den Herzrhythmus zu wirken. Andererseits ist sie in rechter Dosierung als Arzneimittel ein probates Mittel gegen Gicht. „Dosis facit venenum"- die Dosis macht das Gift - so lautet der Leitspruch des Pharmakologen. So steht sie für die Ambivalenz der Natur dem Menschen gegenüber, auf der einen Seite giftig, auf der anderen Seite heilend. Dies und ihr Auftreten im Herbst hat die Herbstzeitlose (lat. Colchicum autumnale) von Alters her in der Blumensprache zu einem Kontrastsymbol aus zarter Schönheit, Tödlichkeit und Vergänglichkeit im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen gemacht.

J Joachim Heisel

ERINNERN

Auf meinem Foto sehe ich eine mir seit sechzig Jahren vertraute Landschaft in der Voreifel in der Nähe von Maria Rast, einer Begegnungsstätte der Schönstattschwestern. Im Vordergrund sieht man ein Maisfeld, in einem von der frühen Hitze im Juni ausgedörrten Boden. Was mir am meisten im Bild gefällt, sind die Wolken, die den Himmel fast unendlich erscheinen lassen. Ich hätte noch lange da hineinschauen können, bin aber dann weiter nach Maria Rast gewandert, wo die Schwestern in der typischen Schönstattkapelle, die in der ganzen Welt gleich ist, eine eucharistische Anbetung eingerichtet haben. Es ist ein Gefühl von Heimkommen und Ankommen im Unendlichen aber auch im ganz Realen...

J Joachim Heisel

IM SPIEL IST WAHRHEIT

Im Alten Testament, im Buch der Sprüche (8,22-31) heißt es in einem sehr poetischen Text, den wir auf den Menschen als spielendes Kind vor seinem Schöpfer (lateinisch homo ludens) beziehen können:

J Joachim Heisel

AM FLUSS

Ich gehe im späten MIttagslicht unmittelbar entlang des Ufers der Isar. Die alten Bäume am Ufer neigen sich dem Wasser zu und werden irgendwann in den Fluss hineinfallen. Der Uferrand ist wohl wohl vor Jahrzehnten mit Steinen befestigt worden, die sich aber im Laufe der Zeit gelöst haben. Mitten in der Stadt lebendiges Wasser. Man hat angeblich nachgewiesen, dass Menschen, die in der Nähe von Flüssen oder Seen leben, ein ausgeglicheneres und positiveres Lebensgefühl haben.

J Joachim Heisel

DIE KEHRE

Aus dem Buch von Tobias Haberl „Unter Heiden":

J Joachim Heisel

IM WEINBERG

Unlängst erzählte uns der Apostel Matthäus im Tagesevangelium der heiligen Messe (Mt 20.1-16) das Gleichnis Jesu von einem Weinbauern, der auf dem Markt Arbeiter für seinen Weinberg suchte. Er fand zu jeweils verschiedenen Zeiten Arbeiter, die bereit waren, in seinem Weinberg zu arbeiten.

J Joachim Heisel

SICHTBARKEIT GOTTES

Aus der Encyclika von Papst Benedikt XVI: Deus caritas est - Gott ist die Liebe - Nr. 17:

J Joachim Heisel

HADERN MIT GOTT

Ein Freund ist plötzlich und unvorhersehbar mit 76 Jahren verstorben. Die Angehörigen hatten keine Gelegenheit mehr, sich von ihm zu verabschieden. Ohne Zweifel eine harte Prüfung für die ganze Familie. Bei der Beerdigung fragte mich die Witwe, eine gläubige Frau: „Ich hadere mit Gott, dass uns ein Abschied nicht möglich war. Warum lässt Gottes das zu?"

J Joachim Heisel

SANKT ELISABETH

Ich war auf der Bank in der Nähe des Ostbahnhofs in München und danach in der Kirche Sankt Elisabeth, einem schönen Rundbau mit viel Licht. Ich war ganz allein dort. Eine Frau trat herein und ging zum Tabernakel, zündete Kerzen an und betete davor. Es war, als ob zwischen uns eine Verbindung entstand mit dem Tabernakel als Zentrum. Ich dachte an das Wort Jesu: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18,20)

J Joachim Heisel

MACHT DES MENSCHEN

Inzwischen ist eine andere Form von Macht in den Vordergrund gerückt, die zunächst rein wohltätig und allen Beifalls würdig zu sein scheint, in Wirklichkeit aber zu einer neuen Art von Bedrohung des Menschen werden kann. Der Mensch ist nunmehr im Stande, Menschen zu machen, sie sozusagen Reagenzglas zu produzieren. Der Mensch wird zum Produkt, und damit verändert sich das Verhältnis des Menschen zu sich selbst von Grund auf. Er ist nicht mehr ein Geschenk der Natur, oder ist Schöpfer Gottes; er ist sein eigenes Produkt. Der Mensch ist in die Brunnenstube der Macht hinunter gestiegen, an die Quellorte seiner eigenen Existenz.

J Joachim Heisel

LETZTES GERICHT

Aus der Enzyklika Spe Salvi von Papst Benedikt XVI. Nr. 43 und 44:

J Joachim Heisel

Ein Hauch von Herbst

Als ich vorgestern am Abend durch den Englischen Garten ging, hatten die Bäume, die schon vom Sommer halb vertrocknet waren, im milden Licht der Abendsonne einen Anflug von Herbst. Der Wind hatte nicht mehr den backofenwarmen Hauch der vergangenen Wochen, sondern wehte als mildes Lüftchen. Ein einsamer Nackerter lief noch einmal etwas verloren über die Wiese.

J Joachim Heisel

VERLORENE ZEIT

Es gibt so viele leere Zeiten in unserem Leben, dass man daraus fast ein zweites zusammensetzen könnte. Nehmen wir an, wir hängen in einer Warteschleife bei einer Anfrage bei der Bank oder der Stadtverwaltung. Wir können uns ärgern über die Zeit, die wir dabei vertun. Wir können aber auch an etwas Schönes denken, zum Beispiel an unseren letzten Ausflug in die Berge, wo wir den blauen Himmel und die grünen Wiesen in ihrer ganzen Pracht gesehen haben oder das schöne Konzert von gestern. Wir können auch für die Menschen beten, denen wir am Telefon begegnen werden, bevor wir uns über sie ärgern.

J Joachim Heisel

BEWUSST LEBEN

Jemand erzählt uns seine Story zum dritten Mal, und wir merken, wie unsere Gedanken nur bei dem einen verweilen: Wann hört er oder sie endlich auf! Stattdessen könnten wir uns entschließen, diesem Menschen diesmal besonders gut zuzuhören, weil es ihm wohl ein Anliegen ist, uns diese Sache zum dritten Mal zu erzählen, weil es ihm vielleicht hilft und er das jetzt braucht.

J Joachim Heisel

IMMERFORT

Immerfort empfange ich mich aus deiner Hand. So ist es und so soll es sein.

J Joachim Heisel

HOFFNUNGEN

Aus der Encyclika Spe salvi von Papst Benedikt XVI.Nr.35:

J Joachim Heisel

TEILEN

Am vergangenen Sonntag wurde bei der Lesung des Evangeliums die Episode von der Brotvermehrung vorgelesen. Eine große Menschenmenge hatte sich in der Wüste um Jesus geschart. Es fehlte an Nahrung und der Tag ging schon zu Ende. Da wirkte Jesus in göttlicher Macht ein Wunder. Es gab nur fünf Brote und zwei Fische vor Ort. Jesus erteilte seinen Jüngern die Weisung, diese Brote und Fische an die Menge zu verteilen. Es reichte für alle. Sogar blieben noch zwölf Körbe voll Brot übrig.

J Joachim Heisel

TROST DER DINGE

Es gibt Gegenstände, die uns irgendwie ans Herz gewachsen sind. Bei mir gehört dazu ein nun schon fast 25 Jahre alter CD-Player chinesischer Herkunft, den ich mir im Media Markt in Trier gekauft habe, als ich einen Hörsturz und Tinnitus hatte und zu Hause in Trier eine Alzheimerkranke Mutter und dazu noch meine Praxis in München.

J Joachim Heisel