HOFFNUNGEN
Aus der Encyclika Spe salvi von Papst Benedikt XVI.Nr.35:
TEILEN
Am vergangenen Sonntag wurde bei der Lesung des Evangeliums die Episode von der Brotvermehrung vorgelesen. Eine große Menschenmenge hatte sich in der Wüste um Jesus geschart. Es fehlte an Nahrung und der Tag ging schon zu Ende. Da wirkte Jesus in göttlicher Macht ein Wunder. Es gab nur fünf Brote und zwei Fische vor Ort. Jesus erteilte seinen Jüngern die Weisung, diese Brote und Fische an die Menge zu verteilen. Es reichte für alle. Sogar blieben noch zwölf Körbe voll Brot übrig.
TROST DER DINGE
Es gibt Gegenstände, die uns irgendwie ans Herz gewachsen sind. Bei mir gehört dazu ein nun schon fast 25 Jahre alter CD-Player chinesischer Herkunft, den ich mir im Media Markt in Trier gekauft habe, als ich einen Hörsturz und Tinnitus hatte und zu Hause in Trier eine Alzheimerkranke Mutter und dazu noch meine Praxis in München.
IN MEINER ALTEN SCHULE
Vor kurzem wurde ich von einem Geschichtslehrer an meiner ehemaligen Schule, dem Max- Planck-Gymnasium in Trier eingeladen, um mein Buch Jahrgang 1945 – ein biografisches Zeitmosaik - vorzustellen. Etwa 30 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse kamen nacheinander in den Raum. Der Geschichtslehrer stellte mich vor, nachdem er mir noch vorher die ganze Schule, so wie sie jetzt ist, gezeigt hatte, wobei man schon sah, dass unsere damalige Schule mit der heutigen wenig zu tun hat. So waren wir damals nur Jungen und hatten keine einzige Lehrerin.
NUR FÜR HEUTE
Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
DANKEN KOMMT VON DENKEN
Es sind manchmal die kleinen Gesten, die uns den Alltag erhellen können: Jemand hält uns mit einem Lächeln die Tür auf, wenn wir hindurchgehen wollen. Ein Autofahrer/in bleibt stehen, wenn er bemerkt, dass wir über die Straße gehen wollen, oder er oder sie wechselt uns Geld fürs Parken. Jemand lässt uns am Flaschenpfand-Automaten vor, weil wir weniger Flaschen haben als sie oder er. Es sind die tausend Zeichen des Dienstes und der Achtung voreinander, die unsere Zivilisation ausmachen. Für den Christen können auch die kleinen Dienste des Alltags eine tausendfache Reflexion der Worte Christi sein: Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein. Dankbarkeit verlangt immer nach konkretem Ausdruck. Ausdrucklos dankbar sein geht nicht. Das kann ein Lächeln sein oder eine Tat, eine Hilfe, ein Wort, das wir sprechen oder eine Geste. Dankbare Gedanken werden uns zu dankbaren Gesten inspirieren. Gemäß dem alten philosophischen Prinzip: Nihil est in actu, quod non prius…
NUR FÜR HEUTE
Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
KRISEN KÖNNEN CHANCEN SEIN
KRISEN KÖNNEN CHANCEN SEIN
FRUSTRATIONSTOLERANZ
Die amerikanische Familientherapeutin Wendy Mogel, die Verfasserin eines einflussreichen Buches über Kindererziehung, hatte viele Kinder in ihrer Praxis, die durch mangelnde Dankbarkeitshaltung und dauerndes Verlangen nach immer neuen Dingen auffielen. Sie empfahl den Eltern dieser Kinder neben persönlichem Beispiel an Dankbarkeit die Pflege einer Kultur des Sich-Bedankens innerhalb der Familie. Dadurch wachsen die Kinder nicht nur in der Haltung der Dankbarkeit sondern sie richteten den Fokus ihrer Aufmerksamkeit auf die Vorteile, die sie tagtäglich im Haus ihrer Eltern genießen. Das Kind müsse auch daran gewöhnt werden, Sehnsüchte auszuhalten, sagt Wendy Mogel, denn je weniger Spannung ein Kind aushalten muss, bis seine Wünsche erfüllt werden, desto geringer sei auch der Grad seiner Dankbarkeit oder seiner Frustrationstoleranz, wenn ein Wunsch unerfüllt bleibt. Auch sollten Kinder frühzeitig dazu angehalten werden, etwas für andere zu tun, z.B. dem kranken Freund einen…
LEBENSFREUDE
Ich war in Eile unterwegs zu einem Besuch und sah das Schild von Lidl. Noch schnell Blumen kaufen! Die junge Kassiererin saß allein an der Kasse und lachte, als ich mit meinem Strauss in der Hand auf sie zulief und sagte: „Wie schön, dass sie mir Blumen schenken wollen“. Für einen scherzhaften Moment traten wir beide aus unserer Käufer-Verkäufer-Rolle heraus. Als ich dann versuchte, eine Blume aus dem festgebundenen Strauß herauszunehmen, ging das nicht. Sie lachte und meinte: War ja nur ein Scherz!
LERNE NUR DAS GLÜCK ERGREIFEN
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) sagt in einem seiner Gedichte: "Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da." Goethe war zwar bis nach Italien gereist und hat dort das Sehnsuchtsland der Deutschen gesucht , „das Land, wo die Zitronen blühen“, aber den größten Teil seines Lebens hat er in kleinen Stadt Weimar verbracht, wo er viel Zeit Studien der Natur gewidmet hat. Aus dieser Beobachtung hat er große Inspiration für sein dichterisches Schaffen und für ein Leben mit der Natur gefunden.
LEBENDIGER STEIN
1. Die von Gott geschaffene grossartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen. Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten, damit die Geschichte zu einem Ort reifen kann, an dem die Würde jedes Menschen gewahrt, Gerechtigkeit gefördert und Geschwisterlichkeit ermöglicht wird. Doch jeder Epoche droht die Gefahr, dass die Welt unmenschlich und ungerechter wird. Wo die Menschheit riskiert, ihr wahres Gesicht zu verlieren, da erheben wir Christen unseren Blick zu dem Gott, der Mensch geworden ist, in dem Wissen, dass sich »nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft« [1] aufklärt. Diese großartige Menschheit wird in Jesus Christus zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben und eröffnet jedem von uns den Weg zur Erfüllung.
WANN BETEST DU?
Ein Freund, der in Uganda in einem Work-Camp beim Bau einer Schule mithalf, erzählte mir, wie einer der einheimischen Studenten einen Deutschen fragte: „Wann betest du?“ Den deutschen Studenten erstaunte die Frage. Offensichtlich war es für den Afrikaner aus Uganda selbstverständlich, dass ein Mensch betet. Uganda steht auf der Entwicklungsskala der Länder der Erde auf einem der letzten Plätze. Die Menschen dort, wo die Schule gebaut wurde, können sich noch nicht einmal Kerzen leisten. Wenn abends um sieben Uhr die Sonne innerhalb weniger Minuten untergeht, bleibt es dunkel bis zum nächsten Morgen. Diese Menschen spüren auf natürliche Weise, dass sie weder über Tag und Nacht noch über ihr eigenes Leben Herr sein können. Sie spüren, dass es jemanden über ihnen gibt, der ihr Leben bestimmt. Auch wir spüren in bestimmten Momenten, dass unser Leben nicht allein von uns abhängt.
SAUERTEIG
Christus vergleicht das Reich Gottes mit dem Sauerteig (vgl. Lk 13,20). Sauerteig-Sein bedeutet im Verschwinden etwas Neues zu bewirken, Geschmack zu geben. Das kann geschehen durch die Art und Weise wie der Christ den anderen als Mitmensch, Handwerker, Angestellter, als Kunde oder Verkäufer, Hausfrau, Arzt oder Rechtsanwalt begegnet. Er sollte etwas vom Geist und Geschmack des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe widerspiegeln, die den Geist Christi ausmachen. Nicht große fromme Events sondern die Summe der christlich gelebten Einzelexistenzen können zeichenhaft den Anbruch des Reiches Gottes verkünden.
GLAUBE UND GESELLSCHAFT
33. Mit dem heiligen Johannes XXIII. beginnt eine neue Etappe der kirchlichen Soziallehre, die durch eine deutlichere Ausrichtung auf die globale Dimension sozialer Fragen und auf die Sprache der Rechte gekennzeichnet ist. In Mater et magistra stellt er den christlichen Glauben als ein Licht dar, das in der Lage ist, Himmel und Erde miteinander zu verbinden, und er erinnert daran, dass die Kirche, obwohl ihre vorrangige Sendung in der Heiligung und der Verkündigung der ewigen Güter besteht, deshalb nicht die konkreten Bedürfnisse des täglichen Lebens der Menschen vernachlässigt, sondern sich für jedes authentische menschliche Gut interessiert. [27] Ausgehend von dieser ganzheitlichen Sichtweise des Menschen betont er, dass das gesellschaftliche Leben ein Gleichgewicht erfordert zwischen der Initiative der Bürger und Gruppen, die dazu aufgerufen sind, sich selbst zu organisieren und zusammenzuarbeiten, und dem Handeln des Staates, der koordinieren und unterstützen muss, ohne die…
ANHAUCH DER GESCHICHTE
Ich sitze hier unter einem großen Kreuz, das bereits im Jahr 1852 auf dem Burgberg oberhalb von Kreuzweingarten bei Euskirchen errichtet wurde. Der Ort ist schon seit der Zeit der Kelten besiedelt und weist Spuren einer Ringwallbefestigung auf, in dessen Nähe einige Ansiedlungen waren.
KASTEN BIER
Wieder einmal sitze ich auf der Bank unter einem großen schweren Betonkreuz, das in den dreißiger Jahren der Ortspfarrer oberhalb dem kleinen Ort Kreuzweingarten hat errichten lassen. Vom Hang darunter steigt der abendliche Duft von Gräsern und Blumen zu mir herauf und mit ihm die Erinerung an eine Szene von einen Juniabend vor einigen Jahren.
WAGNIS
Wir können uns der letzten Geheimnisse nicht anders versichern als durch einen kühnen Sprung in die Tiefe. Dieser Sprung ist ein ungeheures Wagnis, er bedeutet eine ganz persönliche Entscheidung, aber wir dürfen sie trotz aller Gefährlichkeit und scheinbarer Ungewissheit getrost vollziehen, denn es ist kein blinder Zufall, dass wir unter diesen oder jenen Vorstellungen über die letzten Geheimnisse stehen, sondern diese Vorstellungen sind vom göttlichen Leben selbst in uns gewirkt. (Gertrud von le Fort 1876-1971)
DER GANZE MENSCH
Aus der Encyclika von Papst Leo XIV. Magnifica Humanitas:
DANKBARKEIT
Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird.
ABRÜSTEN
Aus der Encyclika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV.:
APFELBAUM
Dieses Jahr war ich schon auf drei Bestattungen.. Der peinlichste Augenblick bei einer katholischen Beerdigung ist dann gekommen, wenn der Pfarrer die anwesenden Trauernden aufruft, für den nächsten zu beten, „der vor das Angesicht Gottes treten wird". Dann geht ein verstohlener Blick in die Runde, wer das wohl sein könnte.
TURMBAU ZU BABEL
Aus der Encyclika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. :
