WEN GOTT LIEBT
Der Geist der Gotteskindschaft führt uns dazu, alle Dinge aus den Händen Gottes zu empfangen: die guten Dinge aber auch die schlechten. Alles kommt aus der Hand des Vaters, der uns liebt. Selbst wenn er uns Leid und Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Einsamkeit in unseren Beziehungen schickt, will er uns dadurch etwas sagen. Manchmal will er uns nur daran erinnern, dass wir uns mehr auf ihn und nicht zu viel auf uns und unsere Sorgen und Pläne verlassen sollen. Es kann auch sein, dass wir erst durch harte Lektionen lernen, dass er unser Herr ist − in guten und in schlechten Zeiten.
SELBSTERFAHRUNG
Gott ist für uns nicht greifbar. Wir können ihn mit unseren Sinnen nicht erfassen. Dafür hat der Mensch sich selbst entdeckt. Er hat sich entfaltet als ein Wesen, das sich in einem nicht gekannten Maße selbst erlebt, dem sich in der Erfahrung mit sich selbst ganz neue Welten offenbaren. Es gibt heute unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst zu erleben, sich ständig neu zu erfahren in wechselnden Situationen, Umständen, Umgebungen, Partnern. „Seien Sie anspruchsvoll“, lautet der Werbe-Slogan einer großen süddeutschen Zeitung und fordert damit zur Selbstverwöhnung auf.
ORDNUNG
Wir alle kennen die Sprüche über Ordnung: Ordnung ist das halbe Leben. Halte Ordnung und die Ordnung wird dich halten. Oder auch die Rede von Recht und Ordnung. Natürlich brauchen wir Ordnung in unserem Leben. Ordnung hilft uns das zu tun, was wir tun sollen. Deshalb sollen wir uns daran erinnern, dass Zeit unser kostbarstes Gut ist. Laut eines Artikels in der Zeitung verbringen die Deutschen jeden Tag mehrere Stunden mit Fernsehen und Computerspielen.
BATSCHELSCHNÜSS
Man spricht bei einem Menschen von Herzensbildung, wenn bei ihm Verstand, Wille und Gemüt in einer einheitlichen Beziehung zueinander stehen und ihn befähigen, aus der Mitte seiner Person, alle Saiten der Grundeigenschaft des Menschen, nämlich lieben zu können, überall und in allen Lebenslagen zum Klingen zu bringen.
ARM UND REICH
Dieser Tage habe ich anlässlich meines Geburtstags länger mit einer Verwandten telefoniert, die nun schon im 86. Lebensjahr steht. Dabei erzählte sie mir, dass sie seit Jahren jeden Morgen eine Stunde des Gebetes und der Meditation hält. Dabei betet sie für ihre Familie, vor allem Kinder und Enkelkinder aber auch für die vielen Menschen, die ihr früher begegnet sind und auch für alle Menschen, an die niemand mehr denkt wie sie sagte. Sie betet auch noch die Gebete, die ihre Großmutter und ihre Mutter sie gelehrt haben und die noch von unserer gemeinsamen Urgroßmutter stammen. Ich war davon beeindruckt, und auch wie sie mir sagte, dass das Gebet, das sie von ihrer Großmutter gelernt hat, nun schon über hundert Jahre alt ist. Am Gedenktag für Verstorbene, für die sie betet, zündet sie eine Kerze an.
HOT CHOCOLATE
In der Buchhandlung Hugendubel am Marienplatz in München gibt es ein kleines Café und man kann sich dort hinsetzen und in den Büchern lesen. So kam ich auch dieser Tage dorthin und bestellte mir einen „Hot Chocolate" also heiße Schokolade. Der junge Mann hinter der Theke zauberte mit Sahne eine wunderschöne Blume darauf und reichte mir die Tasse mit einem freundlichen Bitteschön. „Das haben sie ja wunderbar hingebracht." „Schön, dass Sie es bemerkt haben“, antwortete er und freute sich über mein Kompliment.
SCHNÜRSENKEL
Die Schnürsenkel meiner Wanderschuhe waren zerrissen, so ging ich zu Sport Schuster am Marienplatz, wo ich die Schuhe gekauft hatte und fragte die Verkäuferin nach neuen Schnürsenkeln. Sie zählte die Ösen und sagte 1,80 m. Dann suchte sie mir die passenden heraus. Ich sagte dann: „Hoffentlich schaff ich das bei diesen vielen Ösen." Aber sie sagte aufmunternd: „Sie schaffen das!" Und als ich dann sagte: „Wir hatten eine Kanzlerin, die das auch zu uns gesagt hat" , antwortete sie mir: „Die hat hier bei mir 2017 auch Schnürsenkel gekauft." So stehe ich nun unerwartet zumindest in diesem Punkt in einer Reihe mit unserer Ex- Kanzlerin!
SAG MAL DANKE
Manchmal scheint es, dass sich die gegenwärtige Generation befugt fühlt, alle überkommenen Traditionen über Bord zu werfen. Man spricht davon, dass dieser heutige Mensch insbesondere der westlichen Welt ein einzigartiges Individuum ist, das die Welt bisher noch nicht gesehen hat, ein Wesen, das aus der Kontinuität der bisherigen Geschlechtergenerationen herausfällt.
DAS LEBEN VERPASSEN
Viele Menschen geraten in Unruhe oder gar Panik, weil sie befürchten, dadurch andere Beziehungen, ja das Leben selbst zu verpassen, wenn sie nach einiger Zeit feststellen, dass sich das erhoffte Glück mit der Partnerin oder dem Partner nicht einstellt. Es ist gut, sich einen Rat des hl. Johannes vom Kreuz zu eigen zu machen: „Wo Liebe fehlt, investiere Liebe und du wirst Liebe ernten."‚ Nicht allein Harmonie und Wohlbefinden sind das Kriterium für ein gelungenes Leben, sondern die Tatsache, ob wir in unserem Leben geliebt haben.
STRASSENLATERNEN
Als ich dieser Tage abends von einem Arztbesuch, zurückkam, war es schon dunkel und die Straßenlaternen strahlten ihr mildes Licht in den dunklen Himmel. Als ich eine von Eis und Schnee bedeckte Steintreppe hinunter ging, fiel mir ein, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man abends durch die Straßen gehen kann und vor allem bei Eis und Schnee sehen kann, wo man hintritt.
TRAUMBILD
Ehe ist eine Berufung zur Liebe, zum Fortschreiten in der Liebe, selbst dann wenn es schwierig wird. Es gilt für die Ehe das Gleiche, was der heilige Augustinus im Bezug auf den Weg zu Gott gesagt hat: Jedes Stillstehen bedeutet Rückschritt.
ACHATE
Achate sind von außen roh und unansehnlich. Wenn man sie spaltet, sind sie leuchtend und funkelnd in allen Farben. Unser Alltag kommt uns auch manchmal grau und unansehnlich vor. Erst wenn das Licht der Hoffnung darauf fällt, können wir Positives und neue Perspektiven in ihm entdecken. Durch Christus kann die Hoffnung in unser Leben eines jeden Tages Einzug halten.
GÜTE
Güte sieht im andern das Gute. Sie ist mit der Weisheit verbunden, die um die letzten Zusammenhänge des Seins weiß und danach ihr Tun richtet. Dem gütigen Menschen prägen sich im Laufe der Jahre die Züge seiner gütigen Haltung auf. Es gibt Menschen, von denen wir sagen, sie haben ein gütiges Gesicht. Der gütige Mensch ist tief davon überzeugt, dass auf dem Grund der Seele eines jeden Menschen das Gute weiterlebt, weil die Seele des Menschen aus den Hän-den Gottes hervorgegangen ist und wieder zu ihm zurückkehrt, wenn sie die göttliche Flamme in ihrem innersten Heiligtum nicht ganz zum Verlöschen bringt.
WARTESCHLEIFE
Es gibt so viele Leerzeiten in unserem Leben, dass man daraus fast ein zweites zusammensetzen könnte. Nehmen wir an, wir hängen in der Warteschleife bei der Bank oder der Stadtverwaltung. Wir können uns ärgern über die Zeit die wir dabei vertun. Wir können aber auch an etwas Schönes denken; zum Beispiel an unseren letzten Ausflug aufs Land, wo wir den blauen Himmel und die grünen Wiesen in ihrer ganzen Pracht gesehen haben oder auch an das schöne Konzert von vorgestern. Wir können überlegen, was wir heute noch zu tun haben und uns dazu Notizen machen, alles Möglichkeiten, diese leere Zeit zu füllen und uns nicht zu ärgern.
DER STERN DER WEISEN
Das Leben ist ein göttlich Spiel
HÖREN UND SPRECHEN
Gestörter Dialog als Ausdruck von gestörten und gefährdeten Beziehungen findet in alltäglichen Äußerungen seinen Ausdruck. Man sagt: Sie reden nicht mehr miteinander. Sie schauen sich nicht mehr an. Sie haben sich nichts mehr zu sagen . Sie reden aneinander vorbei. Sie sprechen zwei verschiedene Sprachen. Er oder sie hört mir nicht mehr zu.
KÖNIG DAVID
Was geht da verloren, wenn wir nur noch von Schuld sprechen? Schuld steht da wie ein dunkles Monument, unverrückbar wie die Stelen des Holocaust- Mahnmals in der Nähe des Reichstags in Berlin.
AGENDA 2026
Würden wir uns heute auf den Marienplatz in München stellen und würden wir die Menschen fragen, was sie sich für das Jahr 2026 wünschen, bekämen wir wohl zur Antwort: An erster Stelle Gesundheit, dann dass es der Familie gut geht, und dann Frieden angesichts von so viel Krieg in Europa und in der Welt.
WEINEN
Wenn die Hilflosigkeit anderer unser Herz berührt, wenn der Schmerz anderer unsere felsenfesten Überzeugungen zum Einsturz bringt, dann beginnt schon der Friede. Der Friede Gottes entsteht aus einem Schrei, der wahrgenommenen wird, aus einem Weinen, das gehört wird: Er entsteht inmitten von Ruinen, die nach neuer Solidarität rufen, er entsteht aus Träumen und Visionen, die als Prophetien den Lauf der Geschichte wenden. Ja, all dies existiert, denn Jesus ist der Logos, der Sinn, aus dem alles entstanden ist. »Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist« (Joh 1,3). Dieses Geheimnis spricht zu uns aus den Weihnachtskrippen, die wir gebaut haben, es öffnet uns die Augen für eine Welt, in der das Wort noch immer »viele Male und auf vielerlei Weise« (vgl. Hebr 1,1) widerhallt und uns weiterhin zur Umkehr ruft.
KERZEN
Als ich aus Kälte und Dunkelheit nachhause komme, empfängt mich eine Kerze, die jemand im Fenster aufgestellt hat. Kerzen wärmen das Gemüt und ihrer Nähe fühlen wir uns wohl. Kerzen sind mit ihrer Flamme etwas Lebendiges, sind Bild des Lebens; indem sie leuchten, verzehren sie sich. Während Lampen vor allem dazu da sind, Licht zu geben, schaffen Kerzen einen Raum um sich soweit ihr flackernder Schein reicht.
AN DER KRIPPE
Ich steh an deiner Krippen hier,
WELTKULTURERBE TRIER
Liebe Blogfreundinnen und Blogfreunde,
IM WOHNZIMMER
Neulich konnte ich nochmals im alten Wohnzimmer meiner Eltern sitzen und ließ die Jahre und Menschen an mir vorüberziehen, die einmal hier gewesen sind. Meine Eltern hatten gerne Gäste. Es waren Freunde und Bekannte aus der Jugend - und Berufszeit meiner Eltern oder auch Menschen, die sie auf Reisen kennen gelernt hatten, Verwandte, Kunden meines Vaters, der Steuerberater war und der seine Kunden oft auch in Familien - und Erbschaftsangelegenheiten sowie persönlichen Schicksalsschlägen beraten und begleitet hat.
